Ein Tag…

…im Leben von…

Spontane Ideen sind doch manchmal die Besten!

So saß ich da und überlegte – „Wie mag denn der Alltag eines Autoren, einer Autorin, eines Verlegers, einer Verlegerin aussehen? Sitzen diese Menschen 12 Stunden am Tag am Rechner und schreiben? Oder was machen die?“

Aus dieser Fragestellung wurde dann schnell etwas Konkretes. Ich habe flugs mal ein paar Autoren und Verleger angeschrieben und sie gebeten, mir doch ein paar Zeilen zu ihrem Alltag zu schreiben! Und die Resonanz war toll!

Aus diesem Grund habe ich den „Alltagsgeschichten“ auch eine eigene Rubrik gewidmet. Schaut immer mal wieder rein – wer weiss, wer noch alles hinzukommt (neue Beiträge habe ich speziell markiert)?!

Aber beginnen wir doch einfach… Viel Spaß beim Lesen!

Autoren:
Bäsig, Daniela
Bagus, Anja
Baumgärtner, Sandra
Cremer, Markus
d’Arachart, Nadine u. Wedler, Sarah
Hansen, Sönke
Hardebusch, Christoph
Haselberger, Ralph
Heitz, Markus
Hell, Faye *NEU*
Honisch, Ju
Karschnick, Ann-Kathrin
Kastenholz, Markus
Krzywik-Groß, Mike
Küper, Thorsten
Lange, Christian
Lohfeldt, Kristina
Marou, Piper
Münter, Felix
Mützlitz, Henning
Rensmann, Nicole *NEU*
Rüther, Sonja *NEU*
Schafer, Courtney
Schuhmacher, Nicole
Sohn, Joachim
Tomm-Bub, Burkhard *NEU*
Vogt, Christian
Walter, Rona
Zietsch, Uschi *NEU*

Verleger/Herausgeber:
Exter, Torsten (Herausgeber)
Richter, Grit

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Bäsig, Daniela

Als Hobbyautorin wünsche ich mir einen 48-Stunden-Tag.

Wenn mich an fünf Tagen die Woche mein Wecker meist zwischen 5.10 Uhr und 6.30 Uhr aus meinen nächtlichen Träumen reißt, gehe ich zunächst meinem Hauptberuf in Vollzeit nach.

In den Feierabendstunden und an den Wochenenden hat mein Körper das Bedürfnis nach einem meiner weiteren Hobbys, dem Sport. Ohne Sport wäre ich nicht ausgeglichen und könnte meinen Alltag nur halb so gut bewältigen. Bis ich mich dem Schreiben ausgiebig widmen kann, habe ich noch möglichst viel Zeit mit meinem Mann, meiner Katze, meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Ob meine Familie, meine Freunde, der Sport, das Schreiben oder mein Hauptberuf, alles hat oberste Priorität in meinem Leben. Deshalb wünsche ich mir einen 48-Stunden-Tag. So versuche ich in den tatsächlich vorhandenen 24 Stunden alles und jedem gerecht zu werden. Doch auch wenn ich nicht jeden Tag intensiv zum Schreiben komme, so nutze ich jede freie Sekunde dafür. Sobald ich ein neues Schreibprojekt habe, arbeitet die Geschichte Tag und Nacht in meinem Kopf. Manchmal kommen mir zu den unmöglichsten Zeiten und an den verschiedensten Orten die besten Ideen. Deshalb habe ich immer einen Notizblock und Stift dabei. Und wenn es der Lipliner ist, der als Kugelschreiber fungieren muss, wichtig ist, dass ich meine Einfälle sofort notiere. Mache ich das nicht, bekomme ich meine Gedanken nie wieder so zusammen.

Deshalb findet man mich auch mal mit Stift und Zettel auf der Rolltreppe vor, in der U-Bahn, auf dem Laufband im Fitnessstudio (natürlich habe ich vorher auf die Pause Taste gedrückt  ) oder mit zerzausten Haaren in der Nacht senkrecht im Bett sitzend. Ich liebe es, wenn sich in meinem Kopf zu jeder Zeit Gedanken ansammeln und diese sich nach und nach miteinander verknüpfen. Aus einzelnen Worten werden Sätze und aus einzelnen Sätzen wird eine lebendige Geschichte. Wenn ich es dann noch schaffe Emotionen hervorzurufen und die Leserinnen und Leser mit auf meine „Reise“ nehmen kann, kann ich kaum zufriedener sein. Eines ist mir dabei besonders wichtig: Es darf niemals eine gewisse Portion an Humor fehlen.

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Bagus, Anja

Mein Alltag:
6 Uhr aufstehen und schnell einen Kaffee trinken und Facebook checken, bevor der Rest der Familie aufsteht.
8 Uhr muss der Hund raus. Das dauert eine bis eineinhalb Stunden … dann geht es an den Schreibtisch
Arbeiten bis 12 Uhr: Mittagessen.
Ab 13 Uhr arbeiten bis 16 Uhr, wenn nichts anderes passiert. Dann Familie: Hausaufgaben, Abendessen, aufräumen, fernsehen …
Ich bin da sehr autistisch … wenn ich nicht genug arbeiten kann, werde ich grantig. Ich merke gerade, dass das total öde klingt … aber so ist es. Arbeiten heißt natürlich nicht nur schreiben: es heißt auch facebook (als Ablenkung, Seelenstreicheln und PR-Werkzeug), google+, twitter … emails … Ich gestalte meine Cover selbst, also heißt arbeiten auch manchmal Bilder suchen und bearbeiten. An den Wochenenden bin ich viel auf Veranstaltungen. Mit meiner Truppe sind wir auf Conventions, wo ich auch Bücher verkaufe. Letztlich mache ich das nach dem Motto: Die Muse findet mich nur, wenn ich auch am Schreibtisch sitze. Und die Kunden finden mich nur, wenn ich rausgehe und mich präsentiere.

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Baumgärtner, Sandra

Sandra Baumgärtners Autorinnenalltagsnacht oder Erfindet bitte endlich mal jemand eine funktionsfähige Zeitmaschine?

Als Teilzeit-Fantasyautorin widme ich mich bei Tagesbeginn zunächst meinem Hauptberuf – den berühmt-berüchtigten 3 K´s – Kinder, Küche und Kaffeekochen. Wobei die Kinder morgens in die Schule fliehen, die Küche überschaubar ist und ich seit Jahrzehnten keinen Kaffee mehr trinke. Mein Vormittag ist daher entspannt. Zumindest so lange, bis die Spülmaschine ausgeräumt und die Zeitung gelesen ist. Spätestens jetzt schiele ich schon ungeduldig auf den Laptop.
Kaum erwacht der PC zum Leben, wird gemailt, gechattet, gefacebooked, recherchiert, kurz: genetzwerkt, was das Zeug hält. Gelegentlich schaffe ich ein paar Seiten für ein Projekt zu schreiben. Tatsächlich ist meine Autorinnenzeit am Morgen jedoch limitiert. Gegen Mittag kehrt die Baumgärtnersche Horde hungrig und mitteilungsbedürftig in die heimische Hütte zurück und nimmt unbarmherzig meine Hirnwindungen in Beschlag.
Erst abends, nachdem die Horde abgefüttert und gebettet, das Garagentor des Taxiunternehmens Mama geschlossen und eine Flasche Rotwein geöffnet wurde, kann ich neue Projekte ausdauernder vorantreiben. Aktuell ist das meine zweiteilige Trilogie mit dem Geheimnamen OZ, das Startnext-Crowdfunding von Band 4 der Vampirsaga Seraphim-Tempus Fugit und ein Kinder- und Jugendbuch. Es kann vorkommen, dass ich bis früh morgens schreibe. Schlaf? Braucht keiner! Er unterbricht den Schreibfluss und ist so unnötig wie Schreibblockaden und leere Kugelschreiber. Zumindest mein Hirn hält diese wissenschaftlich bisher unbestätigte Tatsache bisweilen für existenziell und ignoriert den Erholungswunsch meines Körpers. Es rotiert selbst dann noch munter weiter, wenn ich und er zu schlafen versuche. Letztendlich bleibt uns in solch einem Fall nichts anderes übrig, als mitten in der Nacht aufzustehen, um kurze Anmerkungen, einige Sätze oder sogar ganze Textpassagen zu notieren. Doch auch wenn es seltsam anmutet: Ich liebe diese Momente mit Stift und Papier – alleine und im Dunkel. Denn erst wenn die Realität still steht, öffnen sich fantastische Welten.

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Cremer, Markus

Jeder Autor kennt diese Ratgeberbücher, die auf die Tatsache hinweisen, dass man sich fixe Schreibzeiten setzen soll. Meist kombiniert mit dem wertvollen Hinweis, sich in dieser Zeit durch nichts stören zu lassen. Da ich Profi bin, halte ich mich genau daran … zumindest versuche ich es.

Der durchschnittliche Samstag beginnt entspannt gegen 07:00 Uhr, wenn der Fünfjährige mich mit seinem Schlachtruf weckt: »Papa! Ich bin wach!« Ich dann auch. Schlaftrunken lasse ich mir das Versprechen aus den Rippen leiern, dass wir im Laufe des Tages etwas basteln. Ob es ein Roboter sein dürfte? Klar. Während der Kaffee durchläuft, schlägt mein Sohn vor, dass wir beide auf unseren Schreibmaschinen tippen. Tatsächlich fand sich beim vorletzten Weihnachtsfest eine Schreibmaschine auf seinem Wunschzettel und folgerichtig dann auch unter dem Tannenbaum. Manchmal läuft es mit der Erziehung …

Meine Geschichten schreibe ich mit dem Rechner, aber Konzepte oder Ideen bearbeite ich gerne auf einer Hermes »Baby« von 1957. Gibt es eigentlich Steampunk-Geschichten für Kinder?, frage ich mich und werfe ein paar Gedanken dazu aufs Papier. Während ich tippe, lese ich meinem Sohn vor, was ich schreibe. Bei dem Wort »Roboter« glänzen seine Augen. Geweckt von dem Lärm zweier Schreibmaschinen steht meine Frau auf. Ihr Gesichtsausdruck ähnelt dabei dem durchschnittlichen Uruk-hai aus dem Herrn der Ringe. Mit Tollwut.

Nach dem Familienfrühstück begebe ich mich in mein Büro. So bezeichne ich den Raum, der beim Einzug noch für die Waschmaschine reserviert war. Meine Frau hält meine heilige Halle für eine Art Schrottplatz aus Papier und Kuriositäten. Mein Sohn glaubt, es wäre ein Abenteuerspielplatz, der neben einigen Kubikmetern Büchern und Schwertern auch noch die Reste meines Okkultladens (ja, ein Laden für okkulte Gegenstände) beinhaltet, z.B. Knochen, afrikanische Fetische, Masken und alte Figuren von Star Wars aus den 80er Jahren.

Während mein Sohn also Feuerwehrmann Sam nachspielt, sitze ich endlich am Rechner. Ich gebe es zu, ich plane meine Geschichten. Das volle Programm, also inklusive Projektbibel, die alle relevanten Informationen für den aktuellen Roman enthält. In Papierform, so dass ich überall Anmerkungen und Hinweise hinkritzeln kann. Digitale Varianten habe ich probiert, hat aber für mich nicht funktioniert.

Woran ich gerade arbeite? Wir haben jetzt Januar 2019 und meine Protagonistin Ashanti Destinee möchte im Jahr 1888 gerne Schauspielerin werden. Ein schwieriges Unterfangen, da sie ungewöhnlich groß ist, verstümmelt, einäugig und die Geschichte in den Südstaaten im Jahr 1888 spielt. Zu allem Überfluss stammt sie von Sklaven ab und jeder redet ihr ein, dass sie »altes Voodooblut« in den Adern habe. Das sie in die verpatzte Beschwörung eines Kultes gerät, hilft auch nicht gerade. Ich lese noch einmal den letzten Abschnitt vom Vortag und schon geht es los … fast eine Stunde lang, bis es an der Tür klopft. Es ist meine Frau, die mir mitteilt, dass die Regenrinne am Haus verstopft ist. Bevor das Wasser die Hauswand entlang in den Keller läuft, hole ich die Leiter hervor und schaue mal nach der Ursache. Natürlich befindet sich die Verstopfung an der einzig wenig zugänglichen Stelle. In rascher Folge werden ein Besenstiel und ein Gartenrechen mit zwei Metern Panzertape fixiert, schon geht es los. Das jahrelange Studium von Adventure-Games auf dem Commodore 64 war keine Verschwendung. Ja, ich bin in den 70ern geboren. Sehe aber älter aus.
Das Leben ist ja bekanntlich voller Überraschungen … der Tod allerdings ebenfalls und so blicke ich nach einigen erfolglosen Versuchen auf den Kadaver einer fetten Ringeltaube. Nach der fachgerechten Entsorgung geht es (buchstäblich) weiter im Text. Bei der Beschreibung eines Rituals ersetze ich das Huhn durch eine längst tote Taube. Die Einzelheiten schreiben sich quasi von selbst. Ein anderer Schreibtipp fällt mir ein: »Nutzen sie bei Beschreibungen alle Sinne.« Kein Problem, der Geruch hängt noch in den feuchten Klamotten.

Am Nachmittag absolviere ich den üblichen Einkauf mit meinem Sohn, der bei uns allerdings wie ein militärisches Kommandounternehmen abläuft. »Hit and run« ist die Devise und so sind wir innerhalb kürzester Zeit wieder daheim.
Einschub: Bin ich der einzige Mensch, der seinen eigenen Kugelschreiber zückt, wenn es an die Unterschrift beim Bezahlen mit Karte geht? Den Bemerkungen der Kassierer nach … ja.

Danach überarbeite ich eine Stunde den Text vom zweiten Band »Archibald Leach«, dann überrede ich meinen Sohn dazu, einen der Kämpfe darin mit selbst gebauten Kompulsionsrevolvern und schaumstoffummantelten Holzschwertern zu simulieren. Dazu spreche ich simultan die Buchfassung, a la »… dann hob der Schurke das Schwert hoch über seinen Kopf und ließ es …«. Oder so. Der Jahreszeit entsprechend ist meine Buchenhecke an der Grundstücksgrenze ausgesprochen fadenscheinig, was ihre Aufgabe als Sichtschutz angeht. Mein Sohn steigert die Irritation unschuldiger Passanten durch das Absingen von Weihnachtsliedern, während wir dabei piratenähnliche Kluft tragen und in Pappkartons stehen, auf denen »Zeppelin« geschrieben steht. Was soll ich sagen? Die Nachbarn grüßen mich übrigens noch, schauen mich aber immer häufiger mit einer Mischung aus Respekt und Mitleid an. Der Testlauf des Kampfes ist erfolgreich. Der einsetzende Platzregen unterbricht unsere improvisierte Choreographie, aber wenigstens besteht die Regenrinne ihren Dichtigkeitstest. Damit steht es im Spiel Markus vs. Taube: 1:0.

Ich hatte es bereits vergessen, doch dann werde ich an mein Versprechen vom Morgen erinnert. Nach einer Streiftour durch die Regale mit Schrott und ausgedienten Geräten im Werkstattschuppen geht es an die Arbeit. Innerhalb der nächsten Stunde und mit Hilfe meines übereifrigen Assistenten bauen wir einen Roboter zusammen. Er steht auf Rollen, hat bewegliche Arme und die alte Heizungssteuerung versorgt ihn mit Knöpfen und Schaltern. Ein defekter CD-Spieler in ovaler Form wird zum Kopf. Auf der Schulter montiere ich einen ausgedienten Projektionswecker, der damit als »Laserwaffe« dient. Zusammengehalten wird alles mit Panzertape. Groovy. Meine Frau schüttelt den Kopf, als wir das Ding ins Kinderzimmer tragen.

»Bauen wir morgen eine Monsterspinne?«

»Aber sicher«, höre ich mich selber sagen.

Nach dem Abendessen und dem Vorlesen einer Gutenachtgeschichte, in der es um eine freundliche Mumie geht, habe ich einige Zeit für mich. Die produktivste Zeit des Tages. Zwei Stunden zum Schreiben, Überarbeiten oder Recherche. Dabei versuche ich, die Rohfassungen der Geschichten möglichst rasch zu verfassen. Dies hat – aus meiner Sicht – den Vorteil, dass ich beim Überarbeiten auch rigoros Passagen streiche. Die ersten Fassungen leiden bei mir oft unter einem Mangel an Details – neben vielen anderen Dingen. Man könnte mich als Meister der schlechten Erstfassungen bezeichnen. Leider kein Witz. Dies versuche ich dann beim Überarbeiten auszubügeln, wobei mir die Recherche ungemein hilft. Tauchen dabei neue Ideen auf, die mit der aktuellen Story nichts zu tun haben, wandern diese direkt in ein Notizbuch – sortiert nach Genres.

Bevor ich den Abend einleite, schreibe ich noch den Titel für eine Horrorkurzgeschichte auf: »Die Rückkehr der toten Tauben«. Das wird ein Fest.

Der Autor Markus Cremer

Der aus dem Rheinland stammende Markus Cremer wurde 1972, im Jahr der Ratte, geboren. Vor seiner derzeitigen Beschäftigung in der Wissenschaft betätigte er sich als Sanitäter, Erfinder und Inhaber eines Ladens für Okkultismus. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn, sowie einer Menge Kuriositäten in einem alten Haus in der Nähe von Aachen.
Die Initialzündung für seine schriftstellerischen Ambitionen waren Fantasy-Rollenspiele und die Geschichten von H. P. Lovecraft, Michael Moorcock und Robert E. Howard. Bislang wurden über 60 seiner Kurzgeschichten veröffentlicht.
2017 erschien sein erster Roman mit dem Titel »Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte« im Art Skript Phantastik Verlag. Der Roman hat das Leser-Votings von Phantastik Couch zum „Buch des Jahres 2017″ gewonnen. 
“Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte“ wurde 2018 Finalist für die folgenden Preise :
- Deutscher Phantastik Preis in der Kategorie „Bestes Debüt“
- SERAPH Literaturpreises in der Kategorie „Bestes Debüt“
- Skoutz-Award in der Kategorie „Science Fiction“ nominiert


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d’Arachart, Nadine u. Wedler, Sarah

Wenn wir gefragt werden wie viele Stunden bei uns pro Tag fürs Schreiben draufgehen, dann sagen wir meist: „Alle!“ Gaaaanz wahr ist das natürlich nicht, denn wir studieren nebenher, arbeiten als Lektorinnen und ein Privatleben muss es ja auch noch geben. Trotzdem fühlt es sich so an, als würden uns unsere Bücher den ganzen Tag begleiten, denn da wir zu zweit schreiben und die Geschichten so immer in zwei Köpfen zugleich stattfinden, können wir jede freie Minute nutzen, um darüber zu reden, den Plot weiterzuspinnen oder einfach mal mit den Figuren auf die Reise zu gehen und uns zu fragen: „Was wäre wenn …?“
Abgesehen davon sieht ein typischer Tag bei uns meist wie folgt aus: Wir stehen auf, gehen wenn möglich raus auf den Balkon und schauen erst mal, was es Neues an Mails und Nachrichten gibt – da kommt einiges zusammen! Dann wird lektoriert und dann, gegen Mittag, geht es ans Schreiben. Das läuft dann so: Man öffnet das Dokument, fängt an – und hat kaum ein paar Sätze geschrieben, da ist es auch schon wieder Abend! Moment, wollten wir nicht noch einkaufen? Zum Sport? Ins Kino? Dann wird es oft ein bisschen hektisch und wir versuchen, schnell noch alle anderen Aktivitäten abzuhandeln 😉 Und wenn wir dann spät wieder nach Hause kommen, setzen wir uns hin, trinken einen Tee und gehen unserem Hobby nach: Wir schreiben per Hand an einem Buch, das uns schon begleitet, seit wir 12 waren und mittlerweile mehrere Hundert Notizbücher füllt. Und am nächsten Morgen geht es dann wieder von vorn los …

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Hansen, Sönke

Als Krankenpfleger arbeite ich im Drei-Schicht-System, und je nach Schicht liegen natürlich Tagesschwerpunkte und Phasen ausgeübter Kreativität woanders. Aber das ist nicht schlimm, denn meine Fantasie feuert von Natur aus ununterbrochen und ist keinen Tagesschwankungen unterlegen.

Dieser Kreativitätsdrang ist der andere Grund, warum es bei mir keinen richtigen Alltag gibt: Meine Interessen sind weit gefächert, und die Bereiche, in denen ich mich kreativ austobe recht unterschiedlich. Ich schreibe für mein Leben gern. Ich zeichne ab und zu. Gelegentlich greife ich zur Klampfe. Und dann wieder beschäftige ich mit Game Developement. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Gamer. Aber auch das mache ich nicht einfach so still vor mir hin – ich nehme bei den Roughnerds Let’s Plays auf . Schlußendlich bin ich aber nie abhängig von irgendwelchen Zeitfenstern oder Öffnungszeiten oder dergleichen. Habe ich meine Pflichten erfüllt, gehe ich meinen Projekten nach. Auch wenn nur Schreiben und Zocken letztlich zu vorzeigbarem Content führen, macht alles gleich viel Spaß.

Aber unterschiedliche Projekte erfordern unterschiedliche Aufmerksamkeit und Konzentration. Wenn ich an einem Buch schreibe, muss ich mich jeden Tag hinsetzen und schreiben. Ganz gezielt und bewusst und mit jeder Menge Selbstdisziplin. Wenn ich absehen kann, dass die kommenden Monate zu streßig werden, um eine Geschichte in einem Rutsch durchzuschreiben, fange ich nicht damit an.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist meine Familie. Frau, Kinder, Hunde, Katze – da kommt schon mal Freizeitstreß auf. Das mag in den Ohren manch anderer Schreiber nach einem grausam unruhigen Leben klingen. Aber mir macht es Spaß wie Bolle.

Ich kann Menschen nicht verstehen, denen langweilig wird, wenn sie in Rente gehen. Ich glaube, selbst dann wird der Tag für mich noch nicht genug Stunden haben, um all meinen Interessen nachzugehen.

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Hardebusch, Christoph

Da ich das Glück habe, mich seit ziemlich genau zehn Jahren (Stand 2016) hauptberuflich dem Schreiben widmen zu können, hat sich im Laufe der Zeit eine Art Routine herausgebildet. Als Alltag würde ich das nicht bezeichnen, dafür ist es zu abwechslungsreich, aber meine Schreibtage – es gibt auch andere Tage, Recherchetage, Steuertage, Überarbeitungstage – sehen meist folgendermaßen aus:

Ein Vorteil des Freiberuflertums, den ich sehr zu schätzen weiß: es gibt keinen Wecker. Dennoch stehe ich meist zwischen 7 und 8 auf, frühstücke und gehe dann an den Rechner in meinem Büro. Es gibt Autoren, die können überall und zu jeder Zeit schreiben; zu denen gehöre ich nicht. Ich habe es gern frei von Ablenkungen und ruhig bis auf meine eigene Musik – meist Soundtracks, für gewöhnlich nach Atmosphäre des Textes oder als Motiv für eine Figur ausgewählt.

Jeden Tag nehme ich mir ein bestimmtes Pensum vor, sei es eine Szene, ein Kapitel oder sonst ein Abschnitt, der Sinn ergibt. Je nach Komplexität kann das länger oder kürzer sein. Und nach dem obligatorischen Bürokram wie Korrespondenz und Katzenvideos anschauen, geht es daran. Ich schreibe, bis ich mit dem mir selbst gesetzten Soll fertig bin. An guten Tagen kann das früher sein, manchmal dauert es aber auch bis in die Nacht.

Ein Nachteil des Freiberuflertums: Es gibt keine Stechuhr, keine Bürozeiten, keine Werktage oder Wochenenden. Es ist angenehm, mal unter der Woche einfach Behördengänge oder Arztbesuche erledigen zu können, auf der anderen Seite habe ich schon viele Wochenenden durchgearbeitet. Es ist sehr wichtig, die richtige Balance zu finden. Sollte mir das jemals gelingen, schreibe ich darüber ein Buch …

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Haselberger, Ralph

Genau dreißig Sekunden, bevor der Wecker um halb sechs in der Frühe klingelt, springe ich, den Kopf voller Ideen, freudig aus dem Bett und setze mich mit einem frisch gebrühten Kaffee an den Rechner und beginne mit fulminanten Worten mein Tageswerk. Bis der Rest im Hause zum Leben erwacht, habe ich gute fünfzig Seiten geschrieben, und zwar so überzeugend gut, dass sie keiner weiteren Überarbeitung bedürften. Das Telefon liegt bereit, da ich minütlich mit Anrufen der größten Verlagshäuser rechne, die sich mit Angeboten gegenseitig übertrumpfen, nur weil sie sich die Rechte für eines meiner neuen Werke sichern wollen ….
Dann wache ich auf und schüttel benommen den Kopf über diesen bizarren Traum. Licht, Sonne und irgendwie Tag, giften mich durch die gesperrte Jalousie an, und der Blick auf den Wecker bestätigt meine Vermutung, der Vormittag hat den Morgen bereits abgelöst. Jetzt noch einmal auf die andere Seite drehen wäre fatal. Also überwinde ich das Rudel innerer Schweinehunde und beginne den Tag.
Irgendwo muss noch ein Red Bull sein, oder irgendetwas anderes mit der Kraft Flügel zu verleihen.
Frühstück, Toilette (nicht zwingend in dieser Reihenfolge) und ich setze mich vor den blinkenden Cursor, der niemals müde wird, mich zu ermahnen, wenigstens diese eine Seite mit Buchstaben zu füllen. Also noch einmal die letzten Seiten durchgelesen um den Anschluss zu bekommen.
Ich hatte doch gestern, so unmittelbar vor dem Einschlafen diese geniale Idee. Wie war das gleich? Hmm, wird mir hoffentlich noch einfallen.
Gestern zumindest hielt ich sie für so bedeutend, dass es unmöglich sei, sie wieder zu vergessen.
Um was ging es da eigentlich?
Verdammt, ich sollte mir solche Geistesblitze aufschreiben, egal wie spät es ist.
Eventuell schiebe ich die Schreiberei noch etwas auf. Immerhin gibt es noch reichlich andere Arbeit, die mir erwartungsvoll im Nacken sitzt.
Gibt‘s denn was Neues auf Facebook?
Entgegen meinem täglich neu gefassten Vorsatz, nicht mehr auf irgendwelche politischen Dinge einzugehen, ertappe ich mich dabei, ein Posting zu kommentieren. Natürlich geht es wieder um Nazis, unsere Regierung oder ähnlich gelagerten Schwachsinn. Aber das geht ja schnell und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.
Oh, meine Kleine kommt schon aus der Schule?
Na, dann muss ich ja gleich die Hausaufgaben kontrolliert. Bis dahin habe ich noch gute dreißig Minuten, um kreativ zu sein. Also frisch ans Werk!
Hat bereits jemand auf mein Posting reagiert? Kurz nachschauen schadet nichts.
Doch, tut es. Die Antwort auf die Antwort muss wohl formuliert sein. Da bleibt kaum noch Zeit für eine Runde Solitär. Erste Fragen zu den Hausaufgaben hallen durch den Raum, gefolgt von der Frage nach etwas zu essen.
Irgendwann ist das Kind dann satt, die Hausaufgaben so weit vollständig, und ich begebe mich wieder an die Arbeit.
Gibt es da nicht eine Weisheit, die besagt, ein offenes Solitär im Hintergrund bringe Unglück? Ich sollte zunächst zu Ende spielen.
Ich widerstehe dem Drang ein weiteres Spiel zu öffnen, nachdem ich bei dem Letzten kläglich scheiterte, und beginne erneut die letzten Absätze meiner aktuellen Schreibarbeit zu lesen. Dabei korrigiere ich auffällige Fehler und finde mich in die Geschichte ein. Ich werde eins mit meinen Charakteren und …
Ein schrilles Lachen schallt durch das Haus. Das muss Phineas sein oder Crash oder Mighty Bee oder ein anderer kleiner Bastard der unzähligen Kindersender.
Ich habe ja nichts gegen ein munteres Kinderlachen, aber diese schrille Parodie von Fröhlichkeit legt sich wie ein klebriger Film über meine Gedanken und blockiert jegliche Kreativität. Die Lösung befindet sich auf meiner Festplatte im Ordner Musik. Den kompletten Ordner ausgewählt, auf Random gestellt und die Kopfhörer übergestülpt, wage ich einen neuen Vorstoß ins Reich meiner Charaktere.
Musik nimmt erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte. Werden die Töne ruhiger, so tun dies auch meine Gestalten. Nun läuft das fünfte Stück Punkrock und die als sinnlicher Dialog angesetzte Szene mutiert zum heftigen Streit. Sollen sie sich ruhig angiften. Auch das bringt die Geschichte weiter. Hauptsache ich bin wieder in der Story und es läuft …
Es klingelt an der Haustür.
Die Realität, hier in Form des Postboten, hat mich wieder. Kurz überlege ich, ihn eines grausamen Todes sterben zu lassen, dann überreicht er mir die lange ersehnte DVD.
Mal kurz reinschauen, um Bild- und Soundqualität zu beurteilen. Ach ja, die Extras müssen zumindest mal kurz angespielt werden.
Der Film war echt gut, und die drei Stunden vergingen wie im Fluge. Muss ich unbedingt noch einmal mit meiner besseren Hälfte schauen. Apropos, die kommt ja gleich von der Arbeit.
Ich vermute eine internationale Verschwörung von Illuminaten und den Grauen Männern, denn irgendeine Macht klaut hier definitiv Zeit.

Während der Cursor inmitten eines Streites fröhlich weiter blinkt, tanke ich Kraft beim Abendessen. Die Kraft, die ich benötige, um eine geraume Zeit auf dem Sofa zu lümmeln.
Notiz an mich: Unbedingt Eierkartons, Kabel und Batterien kaufen. Irgendwie muss es doch möglich sein, die telepathische Schreibmaschine von Bobby Anderson nachzubauen.
Irgendwann ist auch dieser Part des Tages gelaufen. Meine liebe Frau verabschiedet sich ins Bett und Stille herrscht vor – Stille, die jetzt dringend vom Klappern der Tastatur unterwandert werden muss. Allerdings erst nachdem ich mir einen kleinen Whisky gegönnt habe.
Welchen, der rund zehn geöffneten Flaschen wird es wohl werden? Eine schwierige Entscheidung, die wohl überlegt werden muss.
Schließlich steht ein Gläschen Caol Ila neben mir. Schönes Aroma, eine gute Sherrynote und jeder Tropfen ein Genuss.
Vielleicht sollte ich jetzt wirklich mit dem Schreiben beginnen. Alles schläft, um diese Zeit ruft mich niemand mehr an, und das Onlinespiel bedarf eines längeren Updates, das dank meiner schleichenden Internetverbindung bestimmt die ganze Nacht dauert.
Erneut die letzten Seiten gelesen und nichts kann mich stören. Die nächsten Stunden gehören ausschließlich mir und meinen Charakteren.

Es kratzt und miaut an der Tür ….

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Heitz, Markus

Na ja, es gibt keinen „Alltag“, es gibt bei mir ein Schreiberleben. Ich unterscheide nicht zwischen Job und Nicht-Job, Kreativität gehört 24h am Tag zu mir. Das kann ich nicht abschalten. Meistens sitze ich gegen 9 Uhr am Rechner, dann kommt das Administrative, wie Mails checken, und ab 10 Uhr geht’s los mit dem aktuellen Projekt. Das mache ich meistens bis irgendwann Nachmittags, bis das gesetzte Pensum erfüllt ist, und danach ist entweder Zeit, noch mehr vom Pensum zu schaffen oder die Gedanken für ein neues Projekt zu züchten, Recherche zu betreiben, unter Umständen Druckfahnen zu checken. Irgendwas gibt es immer zu tun. Dazwischen werden echte „Alltäglichkeiten“ erledigt, wie Einkaufen, Wäsche waschen, putzen, die Steuer. Ach ja, dann mal bei Freunden vorbeischauen. Und ZACK ist der Tag rum. Aber zum Glück kommt der nächste.

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Hell, Faye *NEU*

Ein Tag mit der Hölle

Was könnte und sollte ich über einen durchschnittlichen Tag erzählen? Vielleicht genau das. Er ist durchschnittlich. Viele würden sogar sagen langweilig. Mich beruhigt das. Ich habe lange gebraucht, um meinem Alltag die Hektik (angefeuert von maßloser Panik) zu nehmen und ich bin froh, dass ich somit gelassen durch meine Woche taumeln kann.
Gelassen, aber taumelnd. Ich will ja nicht behaupten, ich würde auf einem schwarzen Einhorn durch die Woche schreiten.
Ich strauchle.
Ich falle.
Aber ich komme erfolgreich durch meine hoffentlich meist langweilige Woche.
Ich versuche nachdrücklich, nie das Gefühl „endlich ist dieser Scheißtag vorbei“, aufkommen zu lassen. Ich will an jedem Tag schöne Stunden erleben und mir nicht von extrinsischen Faktoren wie giftigen Mitmenschen mein Leben stückchenweise stehlen lassen. Ich habe mit meiner inneren Schweinekatze genug zu kämpfen.

Ich beginne meinen Tag unter der Woche oft vor 6 Uhr morgens mit meiner Katze und meinem Frühstück. Ohne Katze geht gar nichts und das Frühstück kommt gleich danach. Ich bin eine passionierte Frühstückerin. Wenn ich am Wochenende Zeit dafür habe, zelebriere ich das intensiv.
Vormittags bin ich in der Schule. Je nach Wochentag endet dieser „Vormittag“ frühestens um 12 Uhr oder spätestens um 16 Uhr.
16 Uhr-Tage sind sogar besonders gute Tage, da ich am Nachmittag in den sogenannten Modulen unterrichte. Das sind dann so spannende Dinge wie Kreatives Schreiben oder Theater. In diesen Kleingruppen kann ich mit den 16- bis 18-jährigen intensiv und individuell arbeiten.
An Tagen, an denen ich vor 15 Uhr zuhause bin, bleibt nicht bloß Zeit für die Unterrichtsvorbereitung und die Hausübungen, sondern auch Zeit für meine Projekte. Ich nenne diese Zeit Schreibzeit und Schreibzeit ist unendlich kostbar und ich habe in jeder Woche viel zu wenig davon. Aber vielleicht ist das der Grund, weshalb ich sie derart wertschätzen kann. Dennoch wünsche ich mir mehr Zeit fürs Schreiben, mehr Zeit für mich. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht gerne an der Schule bin. Ich mag meinen Job verdammt gern und bin mit Begeisterung dabei.
Bin ich erst nach 17 Uhr zuhause, bleibt nur noch Zeit für die Schule. Und eben für Sport. Ich trainiere regelmäßig und ich trainiere aus Überzeugung. Zwar erst seit einem halben Jahr, aber der Sport wirkt ganzheitlich fast schon Wunder. Ich bin weniger depressiv und ich bin seltener krank.
Den Abend verbringe ich dann am liebsten mit einem guten Buch oder auch mal vor dem Fernseher. Ich liebe gruselige Fernsehserien (Netflix and kill), schau aber auch Kochshows. Ja, Kochen. Ich würde das Kochen zu meinen Hobbys zählen.

Am Wochenende verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Eigentlich meine ich damit in erster Linie meinen Mann und meine Katze, aber auch gern mal liebe Verwandte oder sehr enge Freunde. Der Samstag ist unantastbar. Nur in absoluten Ausnahmefällen hält die Arbeit (Schule) am Samstag Einzug, während sie sich bereits Sonntagnachmittag wieder mit Vorbereitungen in mein Leben schleicht.

Noch vor kurzer Zeit hätte ich hier einen satirischen und bitterbösen Text über eine Dämonenfürstin verfasst, die über blutige Leichen schreitet und auf ihrem Höllenthron hockt. Ich habe mich verändert.
Ich muss keine düsteren, spitzfindigen Welten kreieren, wenn ich doch eigentlich über mich sprechen soll.
Ich bin ich.
Und Faye Hell ist bloß ein durchschnittlicher Mensch mit einem langweiligen Alltag.
Und wie ihr wisst, finde ich persönlich langweilig sogar ganz wunderbar.

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Honisch, Ju

06:20 klingelt der Wecker. Er ist da erschreckend rücksichtslos. Nach der morgendlichen Ganzkörperreinigung gibt es eine Tasse Tee, eher grün als schwarz. Dann arbeite ich etwa eine dreiviertel Stunde am Manuskript – meist überarbeite ich das, was ich am Abend zuvor geschrieben habe.
Dann geht’s zum „Brotjob“. Montag bis Donnerstag habe ich dort einen ganz normalen Büroarbeitstag, bei dem ich Präsentationen bearbeite, viel ins Englische übersetze, die Firmenwebsite mit neuen Artikeln bestücke und mich um die europäische Normung kümmere. Nach der Arbeit wird eingekauft oder zur Physiotherapie gegangen oder der Körper trainiert (Muskelaufbautraining oder Aroha) oder die Seele ausgeschüttelt und frisch gemacht (Musik). Dann Abendessen. Vielleicht ein bisschen auf dem Sofa ausharren.
Dann wieder an den Rechner, meist bis 23:30 Uhr. 06:20 klingelt der Wecker. Freitag gehört dem Schreiben und all dem, was man Montag bis Donnerstag nicht geschafft hat. Samstag und Sonntag sind Schreibtage, sofern ich nicht auf eine Lesung fahre. Das tue ich gerne, meist mit der Bahn, damit ich die Fahrtzeit zum Schreiben nutzen kann.
Ist das spannend? Nein. Deshalb hier eine Version, wie sie einfach besser klingt, auch wenn sie der Wahrheit leider so gar nicht nahe ist: 08:30 klingelt der Wecker. Nach einem ausführlichen Schaumbad lasse ich mir den Rücken massieren. Dann jage ich mit einem netten Frankfurter Kommissar die Monster der unheimlichen Fälle der Polizei. Nachmittags kümmere ich mich um gestrandete Aliens und helfe ihnen, die passenden fliegenden Untertassen zu erreichen. Abends jetsette ich von Konzerten zu Theateraufführungen. Irgendwann zwischendrin entsteht ganz von selbst ein Bestseller. Wie sagte noch Billy Connolly? „Windswept and interesting!“

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Karschnick, Ann-Kathrin

Morgens klingelt als erstes so gegen 6:15 Uhr mein Wecker. Die Snooze-Funktion ist für die nächsten 15 Minuten mein bester Freund. So gegen 6:30 Uhr schäle ich mich dann aus dem Bett und stolpere ins Bad. Nachdem ich mich morgens fertig gemacht habe, geht es zum Brotjob. So gegen 7:09 Uhr fährt die Bahn nach Hamburg rein und für mich beginnt die Schreibzeit. Für etwa 1 Stunde kann ich in der Regionalbahn/S-Bahn/im Bus schreiben oder überarbeiten, ehe meine Arbeit beginnt. Ich arbeite in einer Reederei und erstelle die Heuerabrechnung für Internationale Offiziere an Bord von Containerschiffen. So zahlenlastig es klingt, ist es auch, deswegen freue ich mich immer auf die Mittagspause. Entweder gehe ich mit ein paar Kolleginnen an der Elbe spazieren oder spiele Tischkicker mit einigen Kollegen (die danach heulend von dannen ziehen und nicht mehr gegen mich spielen wollen 😉 ). So gegen 17:15 Uhr habe ich dann Feierabend und habe bis 19 Uhr in der Bahn und am Bahnhof Zeit, um wieder zu schreiben. Dabei beobachte ich eigentlich ständig die Personen um mich herum.
Einige meiner Bahnfahrer sind sicher schon in der ein oder anderen Geschichte eingebunden worden, ohne dass sie es wissen. 😉
Abends geht es dann entweder zum Jugendrotkreuz, wo ich eine Jugendgruppe in Erste-Hilfe unterrichte oder ich treffe mich mit Freunden oder der Familie zu einem Spieleabend. In der Woche liege ich aber meistens faul auf der Couch herum und schaue mir britische und amerikanische Serien im Original an, da ich ein totaler Serienjunkie bin. 🙂 Meistens networke ich dann noch nebenbei oder mache ein bisschen Werbung für die Bücher, ehe es zwischen 23 und 0 Uhr wieder ins Bett geht.
Ihr merkt also, eigentlich ein ganz normales Leben. 😉

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Kastenholz, Markus

Wie sieht ein „normaler“ Tag in meinem Leben aus? Ziemlich langweilig, finde ich.

Meist stehe ich gegen 10 Uhr auf. Das darf ich, da ich meistens bis 3 oder 4 Uhr zugange war. Sieben Stunden Schlaf reichen mir. Danach erst mal einen doppelten Espresso gemacht zum Wachwerden und den Computer angeworfen. Mal sehen, was Facebook wieder zu vermelden hat …

Da ich ja zwei Anthologie-Reihen herausgebe (FLEISCH und BLUTGRÜTZE) sind oft einige Mails von AutorInnen der Anthos eingetrudelt – oder solchen, die es werden wollen. Die meisten Mails werden gleich beantwortet. Frühstück gibt’s nebenher. Der zweite Doppio ist fällig, dazu gibt’s spartanisch ein Rosinenbrötchen oder ähnliches. Auf nüchternen Magen bekomme ich nichts anderes runter.

Gegen 13 Uhr breche ich dann „richtig“ zur Arbeit auf. Dann verschwinde ich gern in ein nahes Restaurant. Vor allem im Sommer. Dort gibt es eine wunderschöne Terrasse, da lässt es sich nach einem Mittagessen hervorragend arbeiten. Was ich dort arbeite, hängt davon ab, was anliegt. Mal lektorieren (eigenes und für die Anthos), mal auch schreiben (handschriftlich, mit Füller).

Abends ist dann neben einer Kleinigkeit kochen dann wieder Facebook, Chatten, Telefonate etc. angesagt. Auch einige Mails stehen meist wieder an. Schreiben nur dann, wenn Termine drücken – oder ich endlich fertig werden möchte. Aber zur Arbeit gehören ja auch Dinge wie: Werbeseiten erstellen, Layouten, Buchsatz, Werbeposts … Und natürlich viel Kommunikation mit den MitarbeiterInnen. Das ist mir besonders wichtig. Jede/r soll nach einer Veröffentlichung in einer „meiner“ Anthos zufrieden sein und gerne wieder mitarbeiten wollen.
Also in gewisser Weise doch Abwechslung. Zumal ja nicht jeder Tag so ist: Oft genug durchbricht etwas die Routine. Mal Gutes, mal Schlechtes, mal das Übliche.

Nachdem ich ins Bett gegangen bin, lese ich dort meist noch eine Stunde oder so. Bevorzugt Comics. Nichts bringt mich vor dem Schlafen so schön „runter“ wie ein Comic …

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Krzywik-Groß, Mike

Einen typischen Tag gibt es nicht.
So viel sei schon mal vorweg gesagt. Mein Alltag ist sehr durch meinen Brotjob dominiert, somit kann ich auch nur wenig exemplarisches darlegen. Dazu kommt erschwerend, dass der Beruf des Schriftstellers omnipräsent ist. Ob beim Auto fahren, während eines Tages am Meer oder beim Sport, beschäftige ich mich immer mit ihm. Ich plotte Geschichten, plane neue Projekte und jongliere im Kopf mit den Figuren. Die Grenze zwischen träumen und arbeiten ist fließend.
Aber es gibt auch in meinem Alltag strukturiertes Schreiben. Und – das sei hier ebenfalls erwähnt – es ist natürlich das effektivste arbeiten.
Generell arbeite ich in Schreiboasen, also erkämpften Räumen in denen es möglich ist, abgeschottet zu arbeiten. Das muss keine einsame Insel sein, ich schreibe zum Beispiel sehr gerne in Cafes, aber es muss störungsarm sein. Dank Kopfhörern ist das auch ein solch öffentlicher Platz, aber die Cafes sind den Wochenenden überlassen. Werktags ergibt sich meist eine andere Struktur.
Aktuell stehe ich um 06:00h auf und beginne den Tag mit dem lesen von eMails und like die posts von Patrick in den Sozialen Netzwerken. Während des morgendlichen Kaffees, läuft ein Nachrichtensender im Radio, da ich der Auffassung bin, dass ein Autor immer auch einen gesellschaftspolitischen Anspruch haben oder zumindest entsprechende Entwicklungen im Blick haben sollte. Es folgt der Gang unter die Dusche welcher, äußerst klischeebeladen, tatsächlich ein Ort ungewollter Inspiration sein kann (Hat das eigentlich schon mal jemand wissenschaftlich untersucht?).
Da ich nicht in dem Ort lebe an dem ich arbeite, folgt eine rund einstündige Fahrt. Und dies ist meine tägliche Schreiboase. Dank einer ultramobilen Schreibmaschine kann ich in der Bahn wunderbar arbeiten. Hier entstehen viele meiner Texte und große Teile meiner Romane schrieb ich im Zugabteil.
Nach dem Brotjob folgte die Rückfahrt, welche meist nicht mehr so ergiebig wie der Morgen ist. Gerne nutzte ich diesen Teil des Tages dazu in Büchern oder Zeitschriften zu recherchieren, da mir das meist leichter fällt als kreativ zu sein.
Zu Hause angekommen folgt im besten Falle ein weiterer Schreibblock, der jedoch nur allzuoft hinten ansteht. Erneutes überprüfen von eMails und das korrespondieren mit Redakteuren, Verlegern und meinen Kollegen vom Autorenkollektiv zwanzig13 runden den doch gar nicht so untypischen Tag ab – zumindest, wenn ich mal fleißig bin.

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Küper, Thorsten

Üblicherweise mache ich den ersten großen Fehler gleich am Morgen: Ich stehe auf. Das geschieht an Arbeitstagen um 7 Uhr (ich bin innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit) an freien und damit lebenswerten Tagen zwischen 7 und 8 Uhr. Ich selbst betrachte das als pathologische und noch dazu verstörende Folge jahrelanger Berufstätigkeit und verachte mich zutiefst dafür, dass es mir nicht mehr gelingt, länger im Bett zu bleiben.

Über die Tage, an denen ich der Prosti…äh, meinem Brotjob nachgehe, wollen wir hier nicht explizit sprechen, ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass ich sie ähnlich gestalte wie freie Tage, nur dass mir eben rund acht Stunden zu meiner freien Verfügung fehlen.

Ein Tag, der ganz mir gehört, beginnt so wie am heutigen Sonntag um etwa 8 Uhr mit der ersten Tasse Kaffee vor dem eingeschalteten Rechner. Ich werfe einen Blick in die elektronischen Postfächer, auf meine Facebook-Timeline, auf Twitter und auf verschiedene Lieblingswebsites, die etwas mit Büchern, Nerdismus, Schreiben usw. zu tun haben. Um diese Zeit entstehen dann oft auch schon mehrere kurze Postings.
Meine Frau Kirsten hält es glücklicherweise ganz ähnlich, so dass wir zeitgleich online sind. Real und diagonal etwa 4 Meter voneinander entfernt. Noch dazu versorgt sie mich ganz nebenbei mit zwei oder drei weiteren Tassen Kaffee, wofür ich ihr unendlich dankbar bin.

Ich beantworte Mails und Nachrichten, die mich über soziale Netzwerke oder SecondLife erreichen. Meistens geht es um anstehende Events oder Buchprojekte.

An freien Tagen halte ich Ausschau nach interessanten Veranstaltungen in der Nähe. Dazu zählen bei uns vor allem Antik-, Trödel- und Kreativmärkte. Conbesuche und Mittelaltermärkte trage ich schon Monate vorher in den Terminkalender ein, aber manchmal stößt man auch erst am selben Tag auf etwas, das sich lohnen könnte.

Jahreshighlights sind für mich die Tage, an denen ich irgendwo eine Reallesung machen kann. Da nehme ich dann auch mal 300 Kilometer Anfahrt in Kauf, auch wenn schon im Vorfeld klar ist, dass die Zuhörerzahl überschaubar sein wird. In letzter Zeit haben sich oft Gelegenheiten ergeben, gemeinsam mit Kollegen wie Anja Bagus oder Frederic Brake zu lesen. Wer also mal bei einer Veranstaltung einen Co-Leser braucht, kann mich per Mail oder bei Facebook ansprechen.

Über den Tag hinweg arbeite ich immer wieder ganz spontan, meistens ohne festen Zeitplan an eigenen Schreibprojekten. Wenn eine Geschichte Fahrt aufgenommen hat, kann es auch mal mehrere Stunden hintereinander sein.

Ich blogge mindestens einmal am Tag. Das mache ich seit seit dem 22.August 2004 (um 20.53 Uhr) auf www.kueperpunk.de . In den vergangenen Jahren sind mehr als 11000 Blogpostings entstanden. Oft nur ganz kurze Meldungen, Links, oder ein Bild, aber auch immer wieder längere Artikel zu den verschiedensten Themen. Neuerdings mache ich Videoberichte von Veranstaltungen, die ich besuche. Als nächstes auf der RPC in Köln.

Meine Frau Kirsten und ich veranstalten als Literaturgruppe „Brennende Buchstaben“ virtuelle Lesungen. Besonders an freien Tagen investieren wir viel Arbeit in die Vorbereitungen. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass unsere Veranstaltungen wahrgenommen werden. Das klappt natürlich nur, wenn wir immer wieder in Blogs, Social Media, Foren und in Second Life auf die Termine hinweisen, oder Postings darüber schreiben. Das BB E-Book Event 2017, das am 6.Mai beginnt, besteht beispielsweise aus siebzehn verschiedenen Programmpunkten, von denen jeder die gleiche Aufmerksamkeit verdient. In der kommenden Woche werde ich jeden Tag Meldungen und Hinweise dazu auf verschiedenen Plattformen losschicken. Das nimmt jedes mal etwa eine Stunde in Anspruch.

Wir arbeiten mit Freunden zusammen, die virtuelle Bühnen für die Events in Second Life bauen. Barlok Barbosa, Miara Lubitsch oder BukTom Bloch zum Beispiel. Sie müssen wissen, wer was lesen wird, um Ideen für die Kulissen zu entwickeln. Ich weiß, sie tun das gern, aber ich bin trotzdem sehr dankbar für ihr Engagement. Sie sind auch der Hauptgrund, warum ich mich in SecondLife einlogge. Meistens mache ich dann Bilder von den Bühnen, um die als Preview zu posten.
Ironischerweise verbringe ich sonst kaum Zeit in virtuellen Welten. Mir macht die Organisation, die Moderation, das Vorlesen Spaß, aber ohne Projekt zieht es mich nicht in den Cyberspace.

Zu den Routinearbeiten gehört es, unseren Gästen mit der Installation des SL-Clients zu helfen, oder einen Voicecheck zu machen.
Natürlich wollen wir gern neue Schriftsteller vorstellen. Dazu ist gelegentlich etwas Überredungskunst vonnöten. Auch das kostet die eine oder andere Stunde.

An warmen Tagen verbringe ich gern eine Stunde oder mehr draußen vor der Tür mit Lesen. Dann gibt es da noch mein Abendritual. Zwischen 19 und 20 Uhr gönne ich mir ganz entspannt auf der Terrasse eine Zigarre.

Unsere virtuellen Veranstaltungen finden meistens Samstags, Sonntags oder an Feiertagen statt und beginnen um 20 Uhr. Lampenfieber habe nicht, aber man ist jedes Mal etwas nervös, ob man dem Gast-Autor auch genug Zuhörer bieten kann. Lesungen vor leeren Sitzplätzen hat fast jeder Schriftsteller erlebt. Bei virtuellen Auftritten, wo sich also jeder von zuhause aus einklinken kann, wollen wir das vermeiden. Meistens bekommen wir das auch ganz gut hin, aber wirklich steuern lässt sich die Zuschauerzahl natürlich nicht.
Die Nervosität erreicht etwa fünfzehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung ihr Maximum und ich bin dann nicht unbedingt ansprechbar.
An einem Veranstaltungsabend verbringe ich gut zwei Stunden mit moderieren oder vorlesen, statt auf dem Sofa zu liegen. Ich habe mal versucht, grob zu überschlagen wie viele solcher Lesungen wir seit 2010 gemacht haben. Es müssen mindestens 450 gewesen sein.

Der Abend endet in der Regel nicht auf dem Sofa, sondern am Computer. Oft schreibe ich noch einen kurzen Nachbericht oder bereite etwas für die nächste Veranstaltung vor. Nicht dass ich süchtig nach Monitoren wäre. Es steht einfach nur zufällig meistens einer vor mir. Gelebter Cyberpunk sozusagen.

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Lange, Christian

Mein Alltag? Der ist total spannend.

Ich verlasse kurz nach 7 das Haus um mich durch das morgendliche kleine Verkehrschaos Magdeburgs Richtung Büro zu bewegen.
Dort versorge ich dann gute achteinhalb Stunden lang Kollegen mit IT. Das ist eine Mischung aus Feuerwehr und gepflegter, organisierter Dienstleistung. Meist das Erstere.
Auf dem Heimweg werden Essen und sonstige Vorräte gejagt und erbeutet, so dass ich danach erst mal erschöpft auf die heimische Couch sinke und von ein bis zwei Katzen beklettert werde.
Wenn die Lebensgeister dann irgendwann, meist nach 18Uhr, wieder gefüttert und ansprechbar sind, nehme ich diese mit zum Schreibtisch, klappe das Notebook auf und schreibe was. Manchmal läuft Musik. Je mehr ich mich konzentrieren muss, umso weniger Text und Lautstärke hat die Musik.
Was dann genau passiert, hängt von vielen Dingen ab. Hab ich eine enge Deadline bin ich produktiv, ohne eher nicht. Hab ich eine konkrete Idee, fließt der Text nur so aus der Fed… ähm.. in die Tastatur, ohne plätschert es eher vor sich hin.
Ich gelte als Schnellschreiber. Wenn also etwas zu schreiben ist, und der zeitliche Rahmen eng ist, dann verbringe ich den Rest des Abends mit kurzen Unterbrechungen vor dem Notebook.
Wenn ich Zeit habe, recherchiere ich viel und ausgiebig. Und mache Pausen. Und schaue zwei Katzen zu. Manchmal prokrastiniere ich sogar.
Eine Flasche Cola steht immer in Reichweite, mein Gehirn braucht seinen Flüssigtreibstoff.
Gegen 23Uhr ist dann Schluss und es geht ins Bett.

Das war doch spannend, oder hab ich zu viel versprochen? 😉

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Lohfeldt, Kristina

Worte weben sich am besten kurz vor dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden, in jenen Stunden also, die auch rote Fäden aus Handlungen spindeln.
Als freie Autorin betrete ich meistens zunächst zaghaft jedes meiner neuen Gedankengebäude. Alles will sorgfältig arrangiert und aufeinander abgestimmt werden, gedankliche Bocksprünge sind ebenso wichtig wie Disziplin und Sorgfalt. Beides ist man nicht nur seinem Werk, sondern auch seinen Lesern schuldig.
Manchmal schlendere ich selbst noch staunend durch die Räume, die meine Fantasie in den silbernen Stunden geschaffen hat, während derer die Tautropfen der Gedanken und Musentränen sich zu dem formen, was später schnöde Manuskript heißt. Dabei ist kein Tag wie der andere, und doch ist jeder Tag gleich, denn Routine und Flexibilität reichen einander die Hand. Außerdem ist nach dem Schreiben vor dem Schreiben … heißt es nicht so? 😉
Während die Sonne die Morgennebel schlürft, nippe ich zwischen acht und neun an meinem ersten Kaffee. Sein Duft ist dabei wichtiger als sein Geschmack und weckt die Lebensgeister, also im Falle von uns Autoren die Musen, faule Luder die.
Für „meine“ Zeitschriften schreibe ich von ca. 9 bis 17 Uhr, unterbrochen von Kreativpausen, Telefonaten, Mailkontakten u.a. administrativen Aufgaben, die der Beruf mit sich bringt, und begleitet vom fröhlichen Geplauder meiner Wellis (wer mich anruft oder besucht, lernt sie fürchten und lieben zugleich). Das Tagesgeschäft ruht immer dann, wenn ich mich mit Kollegen treffe, um über neue Projekte zu sprechen, zwecks Recherchen oder wenn ein Abgabetermin für ein Roman- oder Hörspielskript lauert.
Ab 18 Uhr ist Privatzeit, die ich nur in dringenden Fällen unterbreche. Ich habe meinem Lebensgefährten und mir Freiräume reserviert, was sich positiv auf die Kreativität auswirkt, denn mit freiem Kopf arbeitet es sich entspannter. Allerdings wecken mich diese eifersüchtigen Musen oft nachts. Deshalb liegt auch ein Notizblock nebst Stift griffbereit neben dem Bett. Wächst sich eine Idee aus, dann fahre ich den PC hoch, und arbeite dann sehr oft nachts noch ca. 2 Stunden.
Am Wochenende bleibt die Gedankenküche meistens kalt, es sei denn, Lesungen, Abgabetermine oder Theaterproben stehen an.
Als Autorin habe ich ständig frei und nie, denn das Gedankenkarussell dreht sich… Immer…

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Marou, Piper

Mein Schreiballtag ist dem anderer Autoren wohl etwas unterschiedlich, was ich so mitbekommen habe, denn ich schreibe nicht abends oder nachts (bzw. noch nicht), denn die Zeit gehört meinem Partner. Da ich aus gesundheitlichen Gründen nur halbtags arbeiten kann, habe ich den Vorteil, dass ich ab Mitte der Woche frei habe und so donnerstags und freitags wenn möglich den ganzen Tag schreiben kann, bis abends mein Freund zuhause ist. Meine Kurzgeschichten sind so entstanden und wenn ich einen Roman schreibe, bin ich meist das ganze Wochenende tagsüber am Schreiben, sofern nichts anderes ansteht. Wenn es läuft, entsteht so schon ein gutes Stück an Text. Die Geschichten selbst begleiten mich aber den ganzen Tag und oftmals schreibe ich kurze Abschnitte oder Notizen in ein entsprechendes Notizbuch (jede Story hat ein eigenes bei mir).

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Münter, Felix

Ein ganz normaler Tag

(Ich bin Freiberufler. Ich habe per Definition keine ganz normalen Tage – aber ich beschreibe mal einen, an dem ich zu meinem größte Auftraggeber unterwegs bin).

Um 6:00 Uhr klingelt unter der Woche mein Wecker, wirklich aus den Federn treibt es mich aber erst beim zweiten Klingeln um 6:05 Uhr.

Die morgendliche Routine ist schnell erzählt: Tabletten (mehr als mir lieb sind), die erste Zigarette und den Flüssigkeitshaushalt aufstocken. Dann unter die Dusche und hinein in den Anzug, denn gegen 6:45 Uhr verlasse ich in der Regel das Haus. Naja, gut, manchmal auch etwas später, aber dann beginnt der Morgen mit einem Dauerlauf zum Bus.

Jedenfalls sitze ich ab kurz nach 7 Uhr in der ersten Bahn, steige wenige Minuten später um und mache es mir dann für eine knappe halbe Stunde bequem. Die Zeit nutze ich in der Regel, um mich auf den neusten Stand zu bringen, Nachrichten und Radio helfen. Manchmal habe ich aber auch einfach Spaß daran auf die anderen Reisenden zu achten – ein paar Ideen meiner Bücher stammen aus diesen Quellen.

Um 7:40 Uhr trudel ich an meinem Ziel ein, nutze den kurzen Gehweg, um mich mit dem ersten Liter Cola zu versorgen und Frühstück zu ergattern. Ankunft ist normalerweise gegen 7:45 Uhr, in die verbleibende Viertelstunde drängen sich dann das tatsächliche Frühstück, eine weitere Zigarette, ein bisschen Austausch mit den Kollegen und das Ärgern über den Kopierer.

Ab 8:00 Uhr bin ich dann für meine Auszubildenden da und versorge sie bis 15:00 Uhr mit Inhalten, unterbrochen von ein paar Pausen, weiteren Zigaretten und manchmal sogar einem Mittagessen. Mein regulärer Arbeitstag endet ziemlich genau um 15:19 Uhr, wenn ich in die Bahn Richtung Heimat steige. Meine Haustür erreiche ich in der Regel um kurz vor 16 Uhr.

Bis zu diesem Moment habe ich noch nicht eine Zeile zu Papier gebracht – und das bleibt auch erstmal so. Denn erstmal ist Nahrung an der Reihe, dann knalle ich mich – sofern nichts anderes anliegt – gegen 17 Uhr in die Federn und genehmige mir zwei Stunden Schlaf, manchmal auch etwas mehr. Damit bin ich gegen 19:00 Uhr oder 19:30 Uhr wieder wach.

Jetzt kommen langsam die üblichen Dinge, dass was man eben mit eigenem Haushalt so macht: Ein wenig Ordnung hier, ein bisschen Zeit mit der besseren Hälfte dort, der ein oder andere Einkauf und natürlich noch einmal etwas zwischen die Zähne. Gegen 22 Uhr schaffe ich es dann an den Rechner.

Und dort bleibe ich. Vier Stunden lang und bringe alles zu Papier, was mir über den Tag durch den Kopf gegangen ist. Diese Routine halte ich jetzt seit knapp zwei Jahren und bin eigentlich ganz zufrieden mit ihr. Gegen 2 Uhr in der Früh endet dann aber auch mein Tag langsam, ich mache das Licht aus und krieche in die Federn zur besten Frau der Welt. Für knappe vier Stunden…

[gerauchte Zigaretten: 10 – 15 | gerauchte Zigarren 1- 2]

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Mützlitz, Henning

Ein typischer Tag sieht für mich als freiberuflicher Journalist und Autor so aus: Zwischen 6.30 und 7 Uhr aufstehen. Nachdem der Nachwuchs ab 8 Uhr in der Kinderkrippe weilt, geht es an den Schreibtisch. Morgens steht meist Kommunikation, Networking und (Selbst-)Administration auf dem Programm. Je nach laufendem Projekt geht es an dann an redaktionelle Arbeit für Zeitschriften/Sachbücher oder an die Überarbeitung von am Tag zuvor geschriebenen Texten. Nach einer kurzen Mittagspause gegen 12.30 Uhr schreibe ich meist am jeweils aktuellen oder geplanten Roman weiter, unterbrochen von Telefonaten, Emails, Layoutkorrekturen usw. Generell steigt meine Kreativität mit fortschreitender Uhrzeit: Während „technische“ Dinge oder Kurztexte vormittags besser von der Hand gehen, funktioniert das bei Romanen meist erst spätnachmittags oder abends. Von ca. 17 bis 21 Uhr gilt die Zeit aber der Family, danach wird nochmal genetzwerkt und/oder geschrieben. Bei nahenden Abgabeterminen bis in die Nacht, normalerweise aber bis ca. 22.30 Uhr. Egal, was ich wann mit welchem Elan schreibe: Nahezu immer läuft Musik im Hintergrund und Kaffee fehlt eigentlich auch selten.

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Rensmann, Nicole *NEU*

Ein Tag im Leben … von mir

Wow. Bei diesem Satz liefen in Zeitraffer viele Jahre vor meinem geistigen Auge ab.

Vor 25 Jahren sah mein Schreiballtag völlig anders aus als heute. Noch vor zwei, drei, fünf und zehn Jahren gab es kaum eine freie Minute für irgendwas. Kinder, Nebenjobs, zusätzliche Selbstständigkeit, Haushalt, Tiere, Arzttermine und sehr wenig Schlaf. Diese kräftezehrenden Jahre sind glücklicherweise vorbei. Ich bin jetzt 50 Jahre alt und mein Leben ist ruhiger geworden, das war auch dringend nötig. Die Kinder sind erwachsen und teilweise aus dem Hause (kommen aber zum Abendessen und zum Frühstück immer wieder gerne vorbei). Die Jobs habe ich geschmissen, das Gewerbe geschlossen. Nun habe ich das unverschämte Glück mich nur noch auf das Schreiben konzentrieren zu dürfen.

Ich stehe meist gegen sieben Uhr auf. Im Bad halte ich mich ca. eine halbe Stunde auf, dann koche ich mir eine Kanne Tee und bereite mir ein kleines Frühstück zu.

Damit geht es dann eine Etage tiefer ins Arbeitszimmer. Dort warten bereits die Hunde, die jedes Mal, egal zu welcher Uhrzeit, in den Garten wollen, wenn ich runterkomme. Beide sind schon alt und haben seltsame Marotten.

Laptop aufklappen, Mails runterladen, das unwichtige Zeugs wird gelöscht oder im Junk-Ordner versenkt, wichtige Mails werden beantwortet oder im Laufe des Tages abgearbeitet. Parallel surfe ich bei Facebook vorbei, gratuliere den FBlern zum Geburtstag, schaue, ob ich auf irgendwas reagieren muss und poste einen, mal mehr, mal weniger flotten Guten-Morgen-Spruch.

Nach der ersten Tasse Tee, lege ich los. Meist arbeite ich an mehreren Projekten parallel: der aktuelle Roman, eine Kurzgeschichte, ein Sachprojekt.
Zwischendurch flutsche ich mal bei Facebook vorbei, schreibe einen Blogeintrag, beantworte eine Mail, arbeite weiter am Roman, an der Kurzgeschichte, recherchiere. An manchen Tagen kümmere ich mich um den sogenannten administrativen Scheiß, darunter fallen Buchhaltung, Rechnungen, Steuer, Webseite, Krankenkasse und was sonst aktuell anfällt.

Bis zum Mittag waren die Hunde vermutlich schon fünf Mal draußen, die Katzen haben mindestens einmal einen Papierstapel runtergeworfen und einen Satz ins Manuskript eingeschmuggelt, der ungefähr so aussieht ldsfjow7r0dsfj slkfaddköafjf.

Kurzes Pausentelefonat mit dem Gatten, Wäsche aufhängen, saugen, Spülmaschine – was im Haushalt erledigt werden kann, mache ich zwischendurch.
Dann koche ich mir eine Tasse Tee, bereite mir einen kleinen Snack zu und sitze wieder am Schreibtisch, bis ca. 16.00 Uhr.

Tiere füttern. Und dann kommt die Entspannung: Kochen, Backen, Abendessen mit der Familie, Couch.

Es gibt immer Tage, die nicht gradlinig ablaufen, durch Termine oder Telefonate unterbrochen werden.
Der perfekte Arbeitstag ist angenehm durchgetaktet – Schreibluxus auf den ich 25 Jahre gewartet habe. Und dafür bin ich dankbar.

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Rüther, Sonja *NEU*

Die meisten, die mich näher kennen, nennen mich Sonne. Deswegen:

Ein typischer Tag der Sonne.

Zunächst wird um 6:10 Uhr das erste Mal der Wecker verflucht. Das geht dann alle acht Minuten weiter bis um 6:50 Uhr. Bis 7:30 Uhr werden Chaos und Vernichtung geweckt, gefüttert und zur Schule geschickt, was von einem stummen Dauerreigen begleitet wird: „Wie schön, dass sie so selbstständig sind. Wie schön, dass sie so selbstständig sind. Wie schön …“

Dank Corona bin ich hier trotzdem nie allein, mein Mann hat Homeoffice. Während ich meinen ersten Kaffee in der Hand habe, sagt der Laptop beim Öffnen vorwurfsvoll: „Du könntest mich auch mal ganz ausschalten, sonst ist der Arbeitsspeicher bald wieder voll.“
Ich ignoriere das und bin dann mal weg.

Ich gehöre zu den Menschen, die gern acht Stunden am Stück schreiben, ohne auch nur einen Gedanken an alltägliche Notwendigkeiten wie Einkaufen, Kochen oder Belange der Außenwelt zu denken. Wenn mich eine neue Idee so richtig packt, schreibe ich zwei Wochen wie besessen, stehe nachts sogar dafür auf, bis zwei Wochen später die Rohversion im Kasten ist. Meine Familie sagt schon nichts mehr, wenn es mal wieder so weit ist.

Aber an einem normalen Tagen bin ich durchaus ansprechbar. Die Kinder kommen irgendwann nach Hause. Sie sind inzwischen groß, fast volljährig, ich muss also nicht alles stehen und liegen lassen, sobald sie zur Tür reinkommen. Aber von diesem Zeitpunkt geht eine Art Comedy los, die sich bis zum Abend zieht. Eine, die wohl nur ich mal mehr und mal weniger lustig finde, die aber viele Schreibende wahrscheinlich kennen.
Ich schreibe eine herzzerreißende Szene und K1 unterbricht mit: „Wann gibt’s denn was zu essen?“ Es ist irgendwas um 16 Uhr rum, bis zum Abendbrot habe ich noch Zeit, was auch immer sie mittags in der Schule hatten, reichte wohl wie immer nicht.
„Keine Ahnung, später.“
„Das ist keine Uhrzeit.“
„Isso.“
Keine fünf Minuten später zeigt sich auch K2 mal im Wohnbereich. „Wann gibt’s denn was zu essen?“
Es folgt ein kleiner Hinweis, wo sich die Küche befindet, dem dann Schrankklappern und leichter Frust folgen, aber mit irgendeiner Beute zieht es dann wieder ins Minecraft-Land.
Man soll es kaum glauben, exakt fünf Sekunden später dreht sich zuverlässig mein Mann um, der meine Schreibarbeit schon den ganzen Tag mit diversen Telefonkonferenzen untermalt hat, und fragt: „Wann gibt’s denn was zu essen?“
Ich muss aufpassen, dass aus der herzzerreißenden Szene kein Gemetzel wird, sehe aber ein, wie schnell die Unterbrechungen durch schnödes Kochen beendet werden könnten. Eisern schreibe ich weiter, weil das kein Hobby sondern mein Job ist … na und weil ich eben doch ein bisschen besessen von meiner Arbeit bin. Endlich beim tatsächlichen Gemetzel angekommen, der Mörder richtet gerade ein Blutbad an, klingelt das Telefon. Irgendwo in der Familien-Wohngemeinschaftsvereinbarung steht, dass jedes Gespräch für mich sein muss. Gedanklich noch beim Opfer und der anschließenden Verfolgungsjagd versuche ich, dem Gesagtem am Telefon zu folgen … fragt mich nicht, worum es genau ging, ich habe was notiert, das kann ich später beachten. Um neunzehn Uhr ist die Schreibzeit zu Ende, alle haben was im Bauch und es bleibt noch etwas Familienzeit. Oft gucken wir eine Serie zusammen, in der dann irgendwer meist sagt: „Das macht keinen Sinn.“ Und vier Personen sitzen vor der Glotze und geben einen genervten Laut von sich. Und wenn meine Kinder so richtig davon angetriggert sind, bringen sie zum Ausdruck, warum ich meine Familie so liebe und wie sehr sie meine Arbeit schätzen:

„Ach Mama, das MACHT doch keinen Sinn, du bist die EINZIGSTE, die das so sieht. Passiert dir das ÖFTERS. So ist das doch viel TOLLERER ALS WIE richtig.“

Zum Einschlafen kaue ich noch das durch, was in meinem aktuellen Projekt als Nächstes geschrieben werden will, zudem die nervigen Dinge, die ich vor mir herschiebe wie Steuern, die Renovierung des inzwischen wieder trockenen Kellers und die Fleißarbeiten des Seins, frage mich nachts in regelmäßigen Abständen, ob ich vielleicht ausstehen soll, um mal ganz allein beim Schreiben zu sein, schlafe dann doch irgendwann richtig ein, und um 6:10 Uhr verfluche ich erstmals den Wecker …

Was soll ich sagen? Ich liebe meine Familie, meinen Job und das Gesamtpaket meines Lebens!

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Schafer, Courtney

Like many other authors who are parents to young children and work day jobs in addition to authorhood, writing is something I must squeeze into whatever time I can find. A typical workday for me looks like this: at 6am, I jump up and rush into my day job office while my husband gets our son ready for kindergarten. (I work as an engineer in the space industry, so the nice part about my day job is that I get to do science-fictional things all the time!) I work on my engineering projects until around 2pm, then I leave the office in time to pick up my son from school. I spend the afternoon with him – playing on playgrounds, wandering hiking trails, building legos, reading books to him, supervising his homework. When my husband comes home from his job, we have dinner and family time until my son goes to bed. Then I relax for a little bit with my husband – talking or watching one episode of a TV show together. Then at last comes writing time! I spend a few moments answering writing-related emails & handling other aspects of the business side of authorhood. Then I dive into my current manuscript and try to get as much done as possible before I’m too exhausted to type anymore. Sometimes this means I stay up way later than I should, though I’m trying to get better about that. I’ve learned the hard way that lack of sleep quickly leads to diminishing returns. The better rested I am, the better/faster I can write, so staying up too late is self-defeating. On the weekend days, my husband and I trade off who is „on duty“ with our son so that I can have some longer blocks of writing time. During a typical week, I get maybe an hour of uninterrupted writing time per night, plus two 4-hour blocks on the weekend. It makes for a very busy life, but a fun one.

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Schuhmacher, Nicole

„Geschriehiben, geschriehiben wird von Fünf bis Sieben …“
Nee, echt jetzt. Wenn ich etwas schreiben *muss*, dann tue ich das gnadenlos von Montag bis Freitag, allerdings nur morgens zwischen 5:00 und 7:00 Uhr. Der Rest der Woche ist anderweitig verplant.
Das Camouflagebett meines Hundes steht direkt vor meinem Nachttisch, und da der wollige Geselle zwischen 4:00 und 5:00 Uhr lautstark mit der Körperpflege beginnt, werde ich wach, ohne den Wecker bemühen zu müssen (das ist auch meinem Mann gegenüber ziemlich fair, wie ich finde). Mit geschlossenen Augen wanke ich zuerst zum Abtritt, dann ins Büro. Der Rechner läuft rund um die Uhr, also wackele ich an der Maus, blinzele ins grelle Licht des Monitors, checke, ob ich wichtige Post bekommen habe und überarbeitet die Schreibe vom Vortag. Danach wird weitergeschrieben.
Gegen 7:00 Uhr erhebe ich mich, um komprimiert Körperpflege zu betreiben, mich anzukleiden und zu frühstücken. Spätestens 7:20 Uhr wird der Sohn ins Auto gepackt und an der Schule abgeworfen, von da aus geht’s direkt weiter zur Arbeit, wo ich üblicherweise zwischen 7:30 und 7:45 Uhr eintreffe. Ich arbeite im 2nd Level IT-Support, wo ich abwechselnd Koffein zu mir nehme, an IT-Projekten herumwurschtele und Kunden helfe, sich aus den klebrigen Schlingen obskurer und/oder altehrwürdiger Programme zu befreien. Nur in der Mittagspause bewege ich mich von der Tastatur weg, und während ich – mit oder ohne Kollegen – durch das Industriegebiet ziehe, fällt mir das eine oder andere Detail für das eine oder andere Storyfragment ein.
Gegen 18:00 lasse ich das Notebook fallen und fahre in Richtung Heimat. Dort angekommen nehme ich entweder Nahrung auf, arbeite im Garten, helfe meinem Sohn bei den Hausaufgaben oder beim Schauen von Tom und Jerry oder zocke Computerspiele. Den Ziegensimulator halte ich für besonders gut geignet, um aufgestaute Aggressionen abzureagieren!
Danach liege ich im halb bewusstlosen Zustand auf der Couch, bis mein Sohn ins Bett gebracht werden will; dortselbst lasse ich mir etwas vorlesen, schlafe ein, wache irgendwann später auf und torkele wieder zu meiner Couch. Je nach Uhrzeit schaue ich dann Krimiserien an oder schlafe solange weiter, bis mein Mann mich aufweckt und ins Bett scheucht.
Es kann allerdings auch sein, dass ich direkt nach dem Abendessen wieder ans Schreiben gehe und erst aufhöre, wenn all anderen zu Bett gegangen sind (oder später). Das kommt aber nur dann vor, wenn das Manuskript beinahe fertig ist.
Je nachdem, wie gut ich im Zeitplan liege, schreibe ich an Wochenenden überhaupt nicht oder von 5:00 bis ungefähr 10:00 Uhr.

Und wenn ich nichts schreiben *muss*?
Dann schreibe ich nur für mich, aber dafür falle ich nicht um 5:00 Uhr morgens aus dem Bett! Nein, an meinem ‚privaten‘ Projekten bastle ich zwischendurch, wann immer ich Lust und gerade ein wenig Zeit habe.

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Sohn, Joachim

Das Radio weckt mich um 6 Uhr 50 mit WDR2. Schlummern bis nach den Nachrichten, dann geht’s los. Katzen raus, Trockenfutter. Kaffee aufsetzen, Bad, Toilette. Nassfutter, Stullen schmieren (diesmal für mich), Kaffee trinken und schon ist es soweit. Die Katzen werden wieder auf ihre Zimmer verteilt, die drei Jungs ins Wohnzimmer, die zwei Mädchen in den Salon. Hat keine religiösen Hintergründe, hat sich so ergeben. In die Zimmer kommen sie, damit sie tagsüber die Wohnung nicht nach ihren Vorstellungen umgestalten. Ab auf’s Rad – bei Wind und Wetter – weil’s schneller und sicherer ist als mit dem Bus, zum Bahnhof – 8 Uhr 15 – und von dort nach Düsseldorf zur Werbeagentur = 1h 15 Zeit während der Fahrt zum Schreiben – so wie jetzt gerade – lektorieren und konzipieren. In der Agentur angekommen heißt es, fleißig Werbebanner gestalten, animieren, programmieren, produzieren bis in den frühen Abend, auf Kundenwunsch auch länger. Auf der Rückreise wird dann gegengelesen und weiter gesponnen, was mir am Morgen so in den Kopf geschossen kam.

So sind meine Romane und Kurzgeschichten entstanden. Der erste auf meinem ersten Smartphone mit Word Mobile, der zweite auf meinem 7 Zoll Tablett, Android 2.2 und dem schönsten Autokorrekturunsinn, und für das Lektorat des zweiten und UMRAY hatte ich mich schon auf ein Netbook mit schwachem Prozessor hochgearbeitet.

Wenn’s nicht pressiert, kann ich am Abend auch mal faulenzen oder mich um den Haushalt kümmern. 4 x die Woche gehe ich mit Freundin und den Hunden Gassi (3 Tage habe ich mir erkämpft). Auf ihren Wunsch meist, wenn die interessanten Fußballspiele im öffentlich rechtlichen übertragen werden – und zwar genau von Anpfiff bis Abpfiff. O-Ton: „Du willst ja jetzt wohl nicht behaupten, dass dir so ein blödes Fußballspiel wichtiger ist?“ (grmpf!).

Aber da es meistens pressiert, sitze ich auch abends vor dem Rechner oder auf dem Sofa mit dem Netbook und mindestens vier Katzen auf Schoß, Schultern und Nacken. Denn neben dem Schreiben, lese ich auch Test oder illustriere Cover und produziere Buchtrailer. Und wenn das aktuell ist, geht es oft noch bis 0 Uhr 30 oder 1 Uhr, bis ich wieder ins Bett komme und mich auf’s Wochenende freue und mir höllisch viel vornehme und dann meist das Pensum nicht schaffe, weil ich zu erschöpft von der Woche bin. Also erholen erlauben. Der nächste Montag kommt bestimmt.

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Tomm-Bub, Burkhard *NEU*

Zu jeweils recht unterschiedlichen Tagesstunden erwache ich, Gelegenheitsautor von Lyrik, Sachbüchern, SF-Storys, Glossen und ähnlichem.

Das ist in dieser Form möglich, weil ich de facto keine Familie, Freunde, Haustiere und nicht einmal Zimmerpflanzen habe.

Und es hat mit meinem Arbeitgeber zu tun. Der finanziert mich fürs Zuhause bleiben. Seit Jahren. „Unter Fortzahlung der Bezüge“ wurde ich freigestellt – und dabei blieb es. Grund war meine kritische und gegnerische Haltung zu Hartz IV, die ich auch öffentlich vertrat. Entlassen konnte man mich nicht, da ich nicht „wirklich“ etwas angestellt hatte und schon über 15 Jahre „dabei war“ …

Das Ganze hat btw. durchaus auch inhaltlich mit meiner Schreiberei zu tun. 🙂 Denn auch drei Sachbücher / Ratgeber zu Hartz IV habe ich mittlerweile heraus gebracht. Dazu noch einen kurzen Roman, der aber natürlich VÖLLIG fiktiv und ausgedacht ist! Darauf gebe ich Ihnen und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort – ich wiederhole: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! 🙂

Übrigens. Das alles mag paradiesisch klingen. Jedoch: die konkrete Art und Weise, in der ich meines Arbeitsplatzes verwiesen wurde: war sehr beschämend und demütigend.

Und, da ich ja nicht in der Privatwirtschaft angestellt bin, ist das gegenüber der steuerzahlenden Bevölkerung einfach nur eine riesen BEEEP und wahrlich eine echte BEEEP!!

Wo war ich? Ah, ja – beim aufstehen. Hunger habe ich meist zunächst wenig, daher gibt es dann vielleicht nur 6g Vanillekekse ohne Zuckerzusatz oder ähnliches.

Ich „checke“ dann das Internet, meine Mailaccounts, Twitter, You Tube, insbesondere Facebook und andere Plattformen.
Nicht immer, aber doch oft hat das auch mit Büchern, schreiben, virtuellen oder auch mal realen Lesungen zu tun.
In #SL, in der Virtuellen Welt Second Life, betreibe ich seit 2008 die „Freie Bibliothek Pegasus“, eine unkommerzielle, deutschsprachige Bibliothek. Außer einer handvoll eigener Bücher gibt es dort ca. 500 weitere deutschsprachige Bücher kostenlos zur Mitnahme in Kopie. (Dazu etwa drei Dutzend in englischer Sprache.) Auch hier gibt es immer zu tun. Verbesserungen vor Ort, Promotion im „Flachnetz“ / Internet, hochladen neuer Bücher, etc.

Und ja natürlich, zuweilen schreibe ich auch. In letzter Zeit sind zwei kleine Büchlein entstanden zum Thema Corona. Ich nehme diese Sache ernst und sehe die Schwurbler und Leugner klar als Gegner an.

Da das erste – konkret sachbezogene – Büchlein sogar vom Selfpublisher-Verlag BoD abgelehnt wurde: gibt es dieses nur als kostenloses pdf und bei mir persönlich zu bestellen (ich hatte dann eine reine Druckerei bemüht). Und natürlich in Second Life! 🙂

Selbiges gilt für das zweite Büchlein. Dasselbe Thema, aber in satirischer Form. „VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN !!!! – #COVIDIOTEN – WITZE!“ der Titel. Auch derlei will im Netz beworben sein.

Doch nun zu meinen Nüssen. Also meiner Hauptmahlzeit seit einigen Monaten. Ich handmahle hier selbst, zur Zeit nutze ich acht Sorten, die aber noch mit Proteinpulver, echtem Ceylonzimt und Stevia angereichert werden.
Als Brei äußerst schmackhaft, sättigend und ohne jeden Industriezuckerzusatz!
Man wird es kaum glauben, aber auch in einem 2 1/2 – Zimmer de facto Alleinstehenden – Haushalt gibt es profane Dinge wie Wäsche waschen, Müll runter, Einkaufen gehen, etc. zu erledigen.
Vor Corona mehr als aktuell bin ich dann auch noch ehrenamtlich als Flüchtlingshelfer und sonstiger Berater „unterwegs“.

Abends / Nachts lasse ich mich schließlich von einer Tafel „NO ADDED SUGAR“ – Schokolade und dem Science Fiction – TV – Sender „SyFy“ in den Schlaf wiegen.

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Vogt, Christian

Da meine Tage vor allem durch meinen Brotjob geprägt werden, es hier aber ums Schreiben geht, ändere ich Fuchs einfach die Aufgabenstellung:

Ein Feierabend im Leben von …
Ca. 18.15 h. Ich komme nach Hause, helfe beim Zubereiten und vor allem beim Essen des Abendbrots, schlichte blutige Fehden um Spielzeug oder helfe gegen die Tücken der Mathematikhausaufgaben. Wenn die Kinder dann im Bett liegen (Schlafen wäre zu viel verlangt), also theoretisch um 20 h, eher aber 20.45 h, geht es dann los mit der Schriftstellerei: Judith, meine Gattin und Hauptautorin der meisten unserer Projekte, liest mir vor, was sie über Tag so zu Papier gebracht hat. Ich werfe dann und wann kleinere Kritik ein, bin aber meist völlig begeistert.
Von dort spinnen wir dann den weiteren Detailverlauf der Handlung fort anhand des groben Schemas im Exposé. Dabei spielen wir uns Ideen gegenseitig zu, wodurch eigentlich nie jemand in einer kreativen Sackgasse steckenbleibt und der Plot mehr Substanz erhält.
Vorrang vor allem anderen hat danach die Beantwortung von Fragen und Layoutentscheidungen, wenn ich gerade die Redaktion einer Kurzgeschichtensammlung oder einem Rollenspiel innehaben, damit die jeweiligen Autoren oder Illustratoren weiterarbeiten können oder der Verlag nötige Infos erhält.
Sollten Judith und ich es dann schaffen, der bösen Verlockung von Buffy, Galactica, Musketeers und ihren Serienkumpanen zu entsagen, füllen wir den Rest des Abends mit Schreiben, dann meist aber an unterschiedlichen Projekten oder zumindest unterschiedlichen Szenen, um uns nicht gegenseitig ins Gehege zu kommen. Alternativ planen wir auch neue Projekte, am besten bei einem Glas Wein oder Whiskey, auch gern (über ein Forum) mit Kollegen vom AK Zwanzig13 und anderen netten Nerds. Ansonsten nimmt die Recherche viel Zeit in Anspruch. Abgerundet wird das ganze durch Lesungen, diese aber meist nur am Wochenende. Und auch einen festen Rollenspielabend die Woche lassen wir uns nicht nehmen.
Disclaimer: „Sollten Judith und ich es dann schaffen, der bösen Verlockung von Buffy, Galactica, Musketeers zu entsagen“. Das ist hier das entscheidende Problem. Dazu kommt die Ablenkung durch den blauweißen Datenkraken. Damit dürfte klar sein, dass meist höchstens eines oder zwei dieser Dinge in einen Abend passen und ich hier ein bisschen gelogen … nein … angegeben … nein … idealisiert habe.

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Walter, Rona

Als freie Autorin von Novellen und Drehbüchern habe ich keinen Alltag, was ich im übrigen sehr begrüße.
Als ehemalige Buchhändlerin hatte ich einen geregelten Arbeitstag, meist sechs Tage die Woche. Heute arbeite ich sehr viel mehr als diese 48 Stunden, zwei Tage die Woche gehe ich noch meinem Brotjob nach der meine Rechnungen bezahlt. Nebenbei editiere ich englische Texte für Modezeitschriften in UK, oder lese Theaterdrehbücher junger Autoren test. Jede weitere freie Stunde ist zum schreiben da – außer sonntags, dann ist frei mit Freunden angesagt.

Das Schöne an meinem Autorenleben ist, dass ich schreiben kann, wann ich will, auch mal spontan auf einen Tee mit meinen Mädels treffen, oder kurzfristig bei einer Blockade in den Park spazierengehen kann. Jedesmal, wenn ich einen neuen Roman oder ein neues Script beginne, investiere ich anfänglich natürlich die meiste Zeit in Recherche. Dabei lese ich in meinen Uni-büchern, blättere durch interessante Artikel, sehe mir Clips und Videos zu meinem Thema an, und bearbeite meine Ausdrucke, entscheide, was rein kann, was raus muß, was erfunden werden darf. Das ist einer der schönsten Arbeitsvorgänge für mich, da ich mich auch mit Leuten treffen, die mir mehr erzählen können, wie zum Beispiel Bestatter, Archäologen, Museumskuratoren und Burgherren.
Außerdem habe ich das Glück zu schreiben, was ich will – dem Mainstream habe ich mich noch nie gebeugt, wie meine Leser vielleicht wissen. Hätte ich mich allerdings ein wenig mehr angepaßt, wären all meine Scriptadaptionen bereits im Kino und auf DVD, und meine preisausgezeichneten Bücher und Kurzgeschichten würden meine Rechnungen zahlen. Dennoch gibt es nur sehr wenige Momente, an denen ich die Entscheidung, die ich vor rund 5 Jahren traf, ehrlich bereue. Diese FREIHEIT, die ich habe, zu schreiben, wieder sozialer zu sein, meine Freund öfter zu sehen, viel zu reisen – was ich liebe und was meine rastlose, kreative Seele unbedingt braucht – , die Jobs anzunehmen, die mir gerade Lust machen, mit Theatern und im Film zu arbeiten, und ab und an mal eine neue Novelle oder Kurzgeschichte zu schreiben, auf Messen zu lesen und Kollegen zu treffen, das alles kann kein Geld der Welt für mich aufwiegen.
Natürlich muss man das Abenteuer lieben, diszipliniert genug sein, um sich selbst in den Hintern zu treten, und (fast) jeden Tag zu schreiben, und mit einer doch sehr un-deutschen Unsicherheit umgehen können. Doch mit Ideen im Kopf und dieser Unabhängigkeit ist für mich alles möglich. Nicht immer leicht, aber möglich. Nichts ist schöner als kreativ zu sein. Man lebt nur einmal, zumindest soweit ich weiß, daher bleibt uns eigentlich keine Zeit, zu bereuen. Und dann sieht man endlich seine Geschichte auf der Leinwand, oder im Buchhandel, …

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Zietsch, Uschi *NEU*

All that Jazz

Mein Tag (7-Tage-Woche) beginnt zwar immer mit derselben Routine, aber nicht zur selben Zeit. Je nachdem wie die Schicht von meinem Mann Gerald ist, sitze ich manchmal schon um halb 6 am PC.

Überwiegend aber stehe ich um 7 auf. Und manchmal noch zwischendrin nachts, wenn der uralte Hund aus dem Bett fällt oder aufs Klo muss.

Zuerst sind die Hunde und Katzen und Pferde an der Reihe. Dann geh ich ins Bad, anschließend bring ich die Pferde auf die Koppel, wenn das Wetter passt. Wenn Gerald keine Frühschicht hat, kümmert er sich ums Frühstück, während ich die Mails zu mir, Verlag und Literaturagentur sichte und teils erledige. Das Frühstück, wenn wir mal zusammen sind, ist ein wichtiger Ruhepol. Gerade im Sommer sitzen wir immer draußen und lassen uns bis zu einer Stunde Zeit.

Danach habe ich noch Erledigungen wie Einkaufen, Post und so, und wenn nicht, geht es wieder direkt an die Arbeit. Zunächst arbeite ich alles für den Verlag und die Agentur ab und lese mich in neue Aufträge ein, dann ist meistens schon Mittag und ich hab mir einen Kaffee verdient, die Tiere kriegen einen Lecker. Ab ca. 13:30 geht es dann mit dem Schreiben los, in den „Pausen“ schau ich nach, was ich dringend für die zwei Firmen tun muss, bearbeite das vorgesehene Pensum Lektoratsaufträge, blödle auf FB und in einem Forum rum, hole die Buben von der Koppel, die nächste Fütterrunde, Gym und/oder reiten/Gassi, zwischendrin nen Happen essen oder ein Kaffee mit der Nachbarin.

Irgendwann zwischendrin (also in der Woche, nicht am Tag) ist der Garten dran und ganz zuletzt mal, wenn es gar nicht mehr anders geht, der Haushalt. Und alle gut getakteten Arbeitspläne, vor allem in Bezug aufs Schreiben, sind sowieso dauernd hinüber, weil immer was dazwischenkommt – das Leben halt.

Gegen 23 Uhr meistens mach ich Feierabend, lese noch im Bett, bis mir das Buch auf die Nase fällt, dann ist das Licht aus.

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Exter, Torsten (Herausgeber)

Da ich niemandem zumuten möchte, einen genaueren Blick auf meine Morgengewohnheiten werfen zu müssen, sei nur erwähnt, dass ich nach Ritualen, die der Allgemeinheit wohl dubios und abseitig erscheinen dürften, den Weg zu meiner Lohnarbeit antrete. Und da ich diese Tätigkeit sehr mag, vollführe ich sie gleich bis 17:00 Uhr.
Da ich aber nicht zu jenen Arbeitsrobotern gehöre, die nahtlos von einem Job in den nächsten wechseln können, gönne ich mir in der Regel eine strikt durchgeplante Pause bis 19:00 Uhr. Diese beinhaltet Nahrungsaufnahme und den Konsum von Genussmitteln, das Ansehen der TV-Nachrichten, eine erfrischende Dusche und diverse, unspaßige Tätigkeiten im Haushalt. Pünktlich um 19:00 wird dann der PC hochgefahren und es geht los! Nur womit ist höchst unterschiedlich, da es stets darauf ankommt, an welchem Punkt sich aktuelle Projekte befinden. Einen Großteil der Arbeit machen aber Emails aus. Wenn ich als Herausgeber fungiere, kommuniziere ich meist mit ca. 20 AutorInnen parallel. Es geht um Banales und Konkretes, um kleine Überarbeitungen und große Änderungen. Ich lektoriere und korrigiere. Lese, bewerte, sortiere. Manchmal sitze ich einfach 30 Minuten regungslos vorm Bildschirm und grüble, dann hacke ich wieder wie ein Wahnsinniger in die Tasten. Ich befasse mich mit Manuskripten, sortiere Ideen, schubse Kommas und Punkte umher, und wenn dann noch etwas Zeit übrig ist, schreibe ich selbst kurze Geschichten oder längere. Nörgele über Abgabetermine, nörgele, wenn meine AutorInnen ihre nicht einhalten. Und dann ist es plötzlich dunkel draußen und ich wundere mich, wo die Zeit nur geblieben ist. In diesen letzten 30 Minuten meines Wachseins gönne ich mir kreative Gedankenschweifungen. Träume, folge Phantasiepfaden und durchstreife Luftschlösser, aus denen dann irgendwann vielleicht wieder kleine Geschichten entstehen.

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Richter, Grit

Ein Tag in meinem Leben ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Zwar gibt es einige Rituale, die sich stets wiederholen, aber auch Tage, die sich grundlegend voneinander unterscheiden. Starten wir mit den Sachen, die immer gleich sind:

6:30 – Weckerklingeln, ich versuche 3x aufzustehen, ins Bad zu taumeln, mich umzuziehen und dann ins Büro zu torkeln.

7:00 – 13:00 Uhr – Arbeit für den Brotjob, nur unterbrochen von einer kurzer Frühstückspause und gelegentlichen Abstechern auf Facebook.

13:00 – 13:30 Uhr – Mittagspause

13:30 – Open End (meist zwischen 16:00 und 18:00 Uhr) – Verlagskram
Und an der Stelle wird es ja eigentlich erst wirklich interessant. Denn gerade der berühmte »Verlagskram« ändert sich nahezu täglich. Daher liste ich hier mal auf, was ich in dieser Zeit alles mache. Mein Art Skript Phantastik Verlag verlangt viel von mir. Nicht alles muss jeden Tag gemacht werden, aber langweilig wird mir auch nicht.

– Vorkorrektorat bald erscheinender Manuskripte/Kurzgeschichten

– Social Media Betreuung
– Auf Facebook ganz viel schreiben, Beiträge teilen und mit tollen Leuten kommunizieren.
– Auf Twitter wenig schreiben, dafür umso mehr tolle Beiträge von Freunden herzen und teilen.
– Auf Instagram kleine Ausschnitte aus kommenden Covern posten
– Auf YouTube … sollte ich viel mehr machen.

– Kommunikation mit Autoren und Herausgebern zu zukünftigen Projekten

– Grafik-Kram
– Cover entwerfen in enger Zusammenarbeit mit Autoren und Herausgebern
– Innenseitengestaltung konzipieren und umsezten
– Werbematerial gestalten (meist Flyer und Lesezeichen)
– Das neue Programmheft gestalten (ich verzweifle noch daran!)
– Banner und Profilbilder für die Social-Media-Plattformen erstellen
– Externer Grafikkram (viele tolle Sachen, die ich ehrenamtlich oder als Auftragsarbeiten für andere mache)

– Neue Bücher ins »Verzeichnis lieferbarer Bücher« eintragen, damit sie jeder sehen kann.

– Messevorbereitungen (alle Bücher in Kisten, alle Kisten ins Auto, Auto streicheln, weil es toll ist!)

… wahrscheinlich habe ich 2x die Hälfte vergessen. Aber aus all diesen Punkten setzt sich mein Tagesprogramm zusammen, mal mehr mal weniger. Es gibt Tage, an denen ich nur damit beschäftigt bin Manuskripte zu lesen. An anderen Tagen setze ich nur Buchinnenseiten. Eins ist in jedem Fall klar, der Tag hat viel zu wenig Stunden.

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