Fast tot

Lange Zeit habe ich nur Fantasyromane rezensiert – nun wird es mal Zeit Euch einen handfesten Horrorroman vorzustellen!

Und ich verspreche nicht zuviel, wenn ich Euch sage: Horror vom Feinsten!

Doch um was geht es? Dazu der Klappentext:
Dies ist die Geschichte von Felix und Veronica, getrieben von ihrer jeweiligen Vorstellung von Liebe.
Es ist die Geschichte von Gregor und Maik, die inmitten des Chaos vergeblich versuchen, einen Rest Normalität zu bewahren.
Es ist die Geschichte von Wissenschaftlern, die am Ende ihres Wissens angelangt sind.
Es ist die Geschichte von Menschen, die versuchen zu überleben und an sich selber scheitern.
Es ist die Geschichte von Toten, die die Lebenden fressen.
Es ist eine der blutigsten Roadstories, die man sich vorstellen kann.

Ralph Haselberger, ein von mir sehr geschätzter Indie-Horror-Autor und Mitglied der „Apokalyptischen Schreiber“ legt uns mit „Fast tot“ einen Zombieroman vor, der es in sich hat! „Moment“ werden jetzt einige vielleicht sagen, einen Zombieroman – die gibt es doch wie Sand am Meer. Und ihr habt damit gar nicht mal unrecht, ABER…

Was mich an „Fast tot“ am meisten interessiert, fasziniert und gefreut hat – der Roman spielt in Deutschland, in Marburg (und Gießen) um genauer zu sein. Das half mir wesentlich besser in den Roman abzutauchen, als das bei manchen amerikanischen Romanen der Fall war. Für einen deutscher Leser trägt dieses Setting meiner Meinung nach weitaus mehr zum Spannungsaufbau und der Atmosphäre bei.

Ralph schafft es schon in den ersten – blutigen – Seiten, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dazu seien nur die ersten Sätze zitiert: „Langsam senkte sich der Nebel und hinterließ feine Tautropfen auf dem Stacheldraht. Die aufgehende Sonne tauchte die umliegenden Wälder in warmes orangefarbenes Licht. Eine Gestalt zappelte unbeholfen inmitten der mit scharfen Spitzen bestückten Drahtrollen“. Kopfkino pur.. so muss für mich ein guter Horrorfilm/roman beginnen! Und ja, auch der weitere Verlauf des Romans ist schauerlich, grausam und blutig… hat manch unerwartete Wendung.

Seine Charaktere wirken alle echt und authentisch – wie aus dem täglichen Leben gegriffen. Helden? Nein, die Charaktere sind keine Helden. Sie sind menschlich und versuchen trotz Apokalypse ein „normales“ Leben zu führen. Sie haben Ihre Stärken und Schwächen. Näher auf die einzelnen Charaktere eingehen möchte ich hier nicht. Mein persönlicher Favorit war Gregor… mehr sei nicht gesagt.

Die Sprache ist durchgehend gut verständlich und leserfreundlich aufgebaut. Wer erwartet schon Poesie, wenn er gerade von einem Untoten verfolgt wird!

Mein Fazit: für Freunde des Zombie- und Untotengenres ein empfehlenswertes Debutwerk eines deutschen Autors! Es müssen nicht immer die „grossen“ Zombieromane aus den USA sein – haben wir doch – wie Ralph Haselberger eindrucksvoll beweist – sehr gute Indieautoren im eigenen Land!

Titel: Fast tot
Autor: Ralph Haselberger
Verlag: Persimplex Verlag
Seiten: 424
Preis:  19,90 EUR
ISBN:  978-3942157094
Hier erhältlich