Alle Scheisse … ausser Mutti!

Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen, dass auf meinem Blog seit längerer Zeit keine Rezensionen mehr erschienen sind. Das hat zum einen den Grund, dass ich seit Monaten nicht immer die Zeit finde, die ein Blog benötigt, zum anderen liegt es aber auch daran, dass ich mich momentan in einer heftigen Sinnkrise – Kopfgestöber betreffend – befinde…

Ja, ich denke darüber nach das Bloggen ganz aufzugeben!

Ich möchte Euch im folgenden Text versuchen näherzubringen warum das so ist. Dem einen mag es vielleicht als großes Mimimi erscheinen, aber damit muss ich rechnen.

Ein Blog erfordert Zeit und Arbeit. Er muss gehegt, gepflegt und gewartet werden. Zum Teil sitze ich zwei bis drei Tage an einer Rezension. Weil ich einfach eine gute Rezension abgeben möchte. Ich habe einen bestimmten Anspruch an mich und meine Rezensionen und den gilt es zu erfüllen. Ja, ich betone oft, dass ich eine Rezension hauptsächlich für mich mache. Um meine Liebe zu Büchern weiterzugeben. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Natürlich lebe auch ich ein wenig von der Anerkennung meiner Arbeit. Würde ich das nur für mich machen, dann bräuchte ich eine Rezension nicht schreiben und veröffentlichen, sondern würde das in Gedanken tun. Ich würde daher lügen, würde ich sagen – das mache ich ausschließlich für mich.

Nun beobachte ich natürlich auch die Bloggerszene in Deutschland. Und in den letzten Wochen habe ich mich mehr und mehr aufgeregt. Ich werde niemals Blogger-Bashing betreiben – das ist einer meiner tiefsten Grundsätze. Denn ich bin der Meinung, dass JEDER Blog auf die eine oder andere Weise seine Berechtigung in der Buchszene hat. Und das soll auch so bleiben – Vielfalt ist wichtig, gerade in einer manchmal etwas „eingestaubten“ Buchszene.

Nun kommt das Aber.. Und da stolpere ich über meine eigenen Ansprüche. Manche Blogs und Rezensionen sind in meinen Augen einfach … nicht gut. Eine Rezension „Das Cover ist so schön blau – ich liebe die Farbe Blau“ ist keine Rezension. Egal wie ich das drehe und wende – nein, das ist schlichtweg keine Rezension. Verwundert reibe ich mir dann die Augen und stelle fest – dieser Blog hat knappe 2000 Likes. Also schaue ich mir den Blog weiter an und sehe viele viele Rezensionen. Nun gut – dann war das eben nur ein Ausrutscher und die guten Rezensionen kommen noch. Weit gefehlt – die meisten Rezensionen haben dieses Aussehen. Und da ist er dann wieder – der Frust!

Manch einer mag jetzt sagen und das hatte ich weiter oben ja schon angedeutet – Likes sind doch nicht alles. Natürlich, dem stimme ich zu. Aber ohne Likes weiß ich nicht, ob meine Rezensionen gefallen oder nicht. Vielleicht sind meine Rezensionen ja auch die letzte Grütze… das werde ich aber ohne Rückmeldung nie erfahren. Ich gehöre zu den Menschen, die aus Kritik und Anregung lernen möchten.

Da sind wir dann an dem Punkt, an dem ich mich und meine Blogger-Tätigkeit hinterfrage. Macht es für mich noch einen Sinn weiterhin Rezensionen zu schreiben, wenn doch ein Blog ohne Inhalt (entschuldigt – hier bin ich ausnahmsweise einmal böse) viel mehr erreicht und das ohne große Arbeit? Wenn ein Blog mit Gewinnspielen alle zwei Tage 3000 Likes und mehr erreicht? Ist Qualität vielleicht gar nicht mehr erwünscht und der Leser gibt sich lieber der „seichten Kost“ hin? Lohnt sich dann für mich noch der Zeit- und Arbeitsaufwand?

Vielleicht bin ich jetzt auch einfach unfair gegenüber anderen Blogs?! Ich weiß es nicht. Aber ich möchte ehrlich sein und solche Fragen treiben mich nun mal auch um.

Es wird in der Bloggerszene viel über das sogenannte Feuilleton und dessen Ansichten über Blogger diskutiert. Und gerne werden dann solche Blogs als Beispiel herangezogen. Was aber ist mit den anderen Blogs? Den richtig guten Blogs? Den Blogs, die sich Arbeit machen? Diese werden dann gleich in denselben Topf geworfen. Ist Vielfalt also vielleicht doch nicht so gut? Oder braucht das Kind nur einen anderen Namen?

Leider und da erhebt sich mein mahnender Zeigefinger auch ein wenig in Richtung der Autoren und Verlage … so ganz unschuldig seid ihr da auch nicht. Aber Stop – bevor ihr mich nun zerfleischt – ich habe da absolutes Verständnis. Als Geschäftsmann/frau möchte man Geld verdienen. Ist doch klar. Und jeder Like bringt Sichtbarkeit und Reichweite – auch völlig klar. Aber mal Hand aufs Herz – welche Ansprüche stellt IHR an eine Rezension? Reicht Euch ein bloßes Erwähnen des Titels und Verlages aus? Oder möchtet Ihr mehr? Aussagekräftige Rezensionen?

Mag sein, dass dieser Beitrag nun einfach ein großes Jammern war und ich mich absolut disqualifiziere! Aber manchmal muss man mal sagen was man denkt und fühlt. Mir liegt so viel an Büchern, Literatur, dem Austausch darüber – das ist meine Leidenschaft … und die möchte ich eigentlich nicht verlieren!

Mutti ist halt doch die Beste!
Kopfgestöber

2 Kommentare

  1. Guten Tag,
    wäre schade, wenn ein Blog mit Anspruch verschwindet!
    Ich denke, etwas in dieser Art muß man in noch höherem Maß für sich selbst tun.
    Das macht unabhängiger. 🙂
    Resonanz ist sehr schwer zu erlangen.
    Da ich nicht genau weiß, welche Maßnahmen schon getroffen wurde, weiß ich nicht recht, was man noch raten kann.
    Ich selbst schaue, dass ich die Bloglinks regelmäßig auf facebook, twitter und G+ kommentiert verbreite, jeweils 2 – 3 mal.
    Gelegentlich auch auf wize, yt, XING, etc. pp. wenn es sich eignet.
    MfG
    BTB

    • Lieber BukTom Bloch. Vielen Dank für deine Worte! Noch habe ich nichts entschieden, weil ich zu sehr an meinem Blog hänge. Aber ich freue mich sehr über deine Anregungen, die ich bestimmt überdenken werde.

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