T.S. Orgel: Die Blausteinkriege 1 – Das Erbe von Berun

Magie ist ein gefährliches Spiel …

Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen – ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist.

Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen … (Klappentext)

Was uns die Brüder Tom und Stephan Orgel (T.S. Orgel) hier vorlegen, ist ein Fantasy Roman vom Allerfeinsten. Magie, Intrigen, Heere und verhinderte Helden – dieser Roman hat all das und noch so viel mehr!

In der Hauptsache wird die Geschichte von Sara, Marten und dem „Puppenspieler“ erzählt. Angenehm auffallend ist dabei, dass alle drei Charaktere sehr fein ausgearbeitet sind. Aber … es sind keine klassischen Helden und besonders zu Beginn sind sie den „Guten“ nicht unbedingt zuzuordnen. Alle drei und da insbesondere der letzte Charakter (der Puppenspieler) haben auch ihre Schattenseiten, sind mitunter gezwungen grausam und gnadenlos zu sein. Allgemein die sind Charaktere in den „Blausteinkriegen“ nicht unbedingt zimperlich, so dass das Buch in Grundzügen schon stellenweise sehr brutal rüberkommt. Es ist aber eine „realistische“ Brutalität, die hier beschrieben wird. Sie ist nie ausufernd oder voyeuristisch, sondern dient als Mittel zum Zweck.

Es ist den beiden Autoren sehr gut und anschaulich gelungen, eine ganz eigene Welt zu erschaffen. Nein, es ist keine wirklich schöne Welt. Es ist eine Welt der Gier nach Macht, eine Welt der Kriege, eine Welt der – ich möchte es ganz vorsichtig sagen – versteckten Magie, die nicht immer positiv eingesetzt wird. Überhaupt macht die Blausteinmagie nicht den Eindruck eine erstrebenswerte Magie zu sein. Sie ist zwar mächtig, fordert aber einen hohen Preis.

Auch ist es eine Welt der Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen der Machtelite und den einfachen Menschen. Und – es ist eine Welt der Gezeichneten, Menschen, die in der Lage sind, mithilfe des Blausteins Magie anzuwenden…

All das wird dem Leser sehr eindringlich und plastisch geschildert. Ich habe mich nach den ersten Seiten sofort wohl gefühlt, war irgendwie „zuhause“ angekommen. Der Roman liest sich sehr flüssig und verzichtet in meinen Augen dennoch nicht auf eine ausgefeilte und ansprechende Sprache. Für mich war es seit Langem wieder ein Fantasy Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich jedoch anbringen. Ich habe das E-Books gelesen und war ein wenig enttäuscht darüber, dass die Karte zu Beginn des Buches so klein und fast nicht zu lesen war. Auf Nachfrage wurde ich von Tom Orgel auf die Seite der Blausteinkriege verwiesen und fand dort eine wunderbare Karte zum Ausdrucken.

Vielleicht ist es ein gewagter Vergleich, aber ich würde beide Autoren durchaus in der Tradition eines Robert E. Howard bzw. Peter V. Brett sehen.

Freunden der klassischen Fantasy sei dieses Epos sehr ans Herz gelegt! Ihr werdet nicht enttäuscht sein und greift vermutlich sofort – wie ich das getan habe – zu Band 2.

Leseempfehlung!

Titel: Die Blausteinkriege 1 – Das Erbe von Berun
Autor: T.S. Orgel
Verlag: Heyne
Seiten: 608
Preis: 14.99 EUR (Paperback) – 11.99 EUR (E-Book)
ISBN: 978-3-453-31688-1
Hier erhältlich

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es war längere Zeit sehr ruhig auf meinem Blog. Dafür möchte ich mich entschuldigen! Eine Erklärung dafür wäre sehr vielfältig – deswegen verzichte ich an dieser Stelle auch darauf…

Ich werde die nun kommende Zeit nutzen, um ein wenig Kraft zu tanken… Damit ich 2017 wieder richtig durchstarten kann.

Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Unterstützung und Aufmunterung im Jahr 2016! Das bedeutet mir viel!

Ich wünsche Euch eine ganz tolle Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2017 ! Nutz diese Zeit und seid füreinander da!

Liebe Grüße
Euer Kopfgestöber

Der Gewinner steht fest!

Gewinnspiel Gästelistenplatz John Sinclair Convention

Der Gewinner wurde soeben gezogen…

Ich gratuliere ganz herzlich Norbert W. zum Gästelistenplatz auf der „John Sinclair Convention“!

Gewinnspiel zur John Sinclair Convention

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John Sinclair Fans aufgepasst!

Am 05. November 2016 startet die erste John Sinclair Convention in Köln.

Es wird ein reichhaltiges Programm mit einigen Stargästen geben. Und ich habe noch einen Platz auf der Gästeliste für Euch!

Wer mir bis Freitag, dem 28. Oktober 2016, folgende Frage richtig beantwortet, landet im Lostopf…

Gewinnspielfrage: In welchem Jahr wurde John Sinclair von Jason Dark erfunden?

Hier teilnehmen
(Sollte der Link nicht funktionieren, sendet die Antwort bitte mit dem Betreff „Gewinnspiel John Sinclair Convention“ an mail@kopfgestoeber.de)

Viel Glück!

Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag ganz herzlich für die Erlaubnis den Platz zu verlosen!

Teilnahmebedingungen
Hinweis: es handelt sich bei dem Gewinn um den Namen auf der Gästeliste – kein vorzeigbares Ticket! Einsendeschluss ist der 28. Oktober 2016 um 23:59 Uhr. In den Lostopf kommt nur, wer die Gewinnspielfrage per Email richtig beantwortet hat. Die Auslosung des Gewinners/ der Gewinnerin erfolgt am 29. Oktober 2016. Der Gewinner wird von mir per Email benachrichtigt – sollte er/sie sich nicht innerhalb von 2 Tage melden, verlose ich neu. Diese kurze Frist, da ich den Namen noch an Bastei Lübbe übermitteln muss. Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass sein Name im Fall des Gewinns auf diesem Blog und der Facebookseite Kopfgestöber veröffentlicht wird. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Ben Aaronovitch: Fingerhut-Sommer – Eine Gastrezension von Kendraen

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Ich geriet zufällig an das Buch „Fingerhut-Sommer“ von Ben Aaronovitch. Es wurde mir mit den Worten: „Das könnte was für Dich sein!“, in die Hände gelegt, als ich mal wieder auf der Suche nach neuer Bettlektüre war. Es war mir damals nicht bekannt, dass es sich bei „Fingerhut-Sommer“ um den fünften Teil der Urban-Fantasy-Serie um Peter Grant handelte. Der Klappentext sprach von einem Londoner Bobby und Zauberlehrling, eben jenem Peter Grant, den es zur Aufklärung eines mysteriösen Falls ins ländliche England verschlagen hatte. Die Times pries es als: „Eine unglaublich temporeiche magische Achterbahnfahrt für Erwachsene!“, an. Ich mag Mystery und Fantasy, ich mag Krimis und England und englische Krimis und Achterbahnfahrten sowieso. Also: „Hinein ins Vergnügen!“

Bereits nach den ersten Seiten beschlich mich das Gefühl einen Fortsetzungsroman in den Händen zu halten. Der Ich-Erzähler berichtete von vorausgegangenen Ereignissen und über Personen ohne erklärende Erläuterungen. Zudem wirft er mit Kürzeln um sich, die für den Neuling erstmal schwer nachvollziehbar sind. Was mag wohl PC, DC, DS oder DCI vor dem Namen bedeuten und was ist der Unterschied zwischen Ihnen? Ich entschloss mich also die Unwägbarkeiten der diversen Polizeiränge der englischen Polizei und/oder Kriminalpolizei zu überlesen und lies mich auf die Geschichte ein.

Die Story spielt in und um Leominster („Lemster“ ausgesprochen, falls Sie das noch nicht wussten) einer nahe der Grenze zu Wales gelegenen mittelenglischen Kleinstadt in der Grafschaft Herefordshire. Police Constable Peter Grant wird von Chief Inspector und letztem Zauberer Englands Thomas Nightingale aufs Land geschickt, um routinemäßig das Verschwinden von zwei 11-jährigen Mädchen durch die Abteilung für „Abstrusen Scheiß“ zu beleuchten. Das Nightingale damit bezweckt Peter Grant für eine Auszeit aus London zu bekommen, entgeht dem frischgebackenen Zauberlehrling. Da die örtliche Polizei bei ihren Ermittlungen feststeckt, ist sie über jede Hilfe dankbar und bittet Peter eine Analyse anzufertigen. Es kommt wie es kommen muss, Peter Grant findet magische Zusammenhänge und löst den Fall zu guter Letzt mit Hilfe der Flußtochter Beverly Brooks. …

Im Laufe der Ermittlungsarbeiten stößt Peter auf mysteriöse Wahrnehmungen, Orte oder Personen deren Rolle in der Geschichte zum Teil sogar nebensächlich bleibt. Sie vermitteln den Eindruck, dass die Magie im modernen England, wider alle Erwartungen, sehr gegenwärtig und verbreitet ist. Dinge die wir aus der Artussage, mittelalterlichen Erzählungen oder Shakespeares Sommernachtstraum kannten, bestehen im Geheimen fort und verfolgen ihre eigenen Ziele. Ben Aaronovitch zitiert auf einer der ersten Seiten des Buches eine Passage aus Geoffrey Chaucers Canterbury Tales: Die Erzählung der Frau aus Bath. Ich gebe nicht vor die Canterbury Tales zu kennen, die Erzählung der Frau aus Bath habe ich jedoch in diesem Zusammenhang nachgelesen. Neben der Entdeckung, dass Herr Chaucer trotz oder grade wegen seiner Abhängigkeit vom Adel erstaunlich gesellschaftskritisch war, stellte ich fest, dass ähnlich wie bei Chaucer die alte, vertriebene Magie des Landes in das Geschehen der Geschichten eingreift, um ein Gleichgewicht wiederherzustellen oder eine Ungerechtigkeit zu sühnen. Hm, schweife ich ab? Wahrscheinlich.

Schlußendlich las ich das Buch „Fingerhut-Sommer“ mit dem Gefühl, dass sich ein bisschen Mystik an jedem Ort Englands befindet, ein paar Flußgötter, Zauberer, Geister, Kobolde, Einhörner oder Feen und es machte mich neugierig auf die anderen Teile der Peter-Grant-Reihe.

Rückblickend stelle ich fest, dass der „Fingerhut-Sommer“ die am wenigsten rasante Geschichte war. Das ist augenscheinlich beabsichtigt, denn Peter Grant hatte seine Auszeit auf dem ruhigen Land. Der „Fingerhut-Sommer“ ist losgelöst von den vier durchweg in London handelnden Vorgängerbänden. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere Leser ein wenig wie nach einem Cliffhanger in einer spannenden Serie, die in der nächsten Staffel plötzlich einen anderen Handlungsstrang weiter erzählt. Aber das kann ich verzeihen, denn der „Fingerhut-Sommer“ hat seinen ganz eigenen Charme. Und für die gespannten Leser sei zuletzt noch erwähnt, dass für Februar 2017 der sechste Band „Der Galgen von Tyburn“ bereits vorbestellbar ist. Der Titel lässt darauf schließen, dass Peter Grant zurück in London ist und hoffen, dass die wilde Jagd auf den gesichtslosen Zauberer weitergeht. Für mich ein unbedingtes Muss!

Titel: Fingerhut-Sommer
Autor: Ben Aaronovitch
Verlag: dtv
Seiten: 416
Preis: 9,95 EUR
ISBN: 978-3423216029
Hier erhältlich

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